Neben vielen anderen Aspekten benötigt ein Verein gute, ehrgeizige Spielerinnen, die einerseits
bereits gute sportliche Voraussetzungen mitbringen und andererseits auch menschlich gut in das
Team passen.
Für die Handball-Luchse aus Buchholz-Rosengarten, die seit Jahren konstant im Geschäft der ersten
und zweiten Bundesliga „mitmischen“, ist die Aufgabe ein gutes Team zusammenzustellen in jedem
Jahr wieder eine herausragende und -fordernde Aufgabe für Manager Sven Dubau in Absprache mit
Trainer Dubravko Prelcec.
Auf welchen Wegen kommen aber junge Spielerinnen zu den Handball-Luchsen? Was treibt sie an?
Welche handballerischen Erfahrungen bringen sie mit? Wie werden die Talente an die höheren
Herausforderungen einer Mannschaft der zweiten Bundesliga herangeführt und gefördert?
Sicherlich gibt es da ein buntes Bild und jede Geschichte ist etwas anders.
Im zweiten Teil unserer Mini-Serie geht es um Nantke Ackmann, die – wie auch
Emma Hüge – seit der letzten Saison bei den Luchsen auf Torejagd geht.
Nantke kommt aus dem Norden und hat in ihrem „Dorfverein“
Kremperheide/Münsterdorf in der E-Jugend (die Jungs und die Mädchen sind noch
nicht „sortiert“) mit dem Handballspielen begonnen und schnell gemerkt, dass ihr
dieser Sport richtig viel Spaß bringt. Von der Kreisauswahl schaffte Nantke es in die
Landesauswahl Schleswig-Holsteins. 2018 wechselte sie nach Henstedt-Ulzburg und
spielte dort 2020 in der Qualifikation zur A-Jugend-Bundesliga. Ein Jahr später zog
sie mit Hab und Gut in eine Spielerinnen-WG nach Buxtehude, wo Nantke ihr letztes
A-Jugend-Jahr beim BSV spielte. Anschließend ging es nach Hollenstedt, wo Nantke
erste Erfahrungen im Erwachsenenbereich sammeln konnte und in der Oberliga
spielte.
Hej, Nantke! Du hast in der letzten Saison schon einige Spiele in der zweiten Bundesliga für die
Luchse absolviert. Wie kamst Du zu den Handball-Luchsen?
Bis zum Sommer letzten Jahres habe ich beim TuS Jahn Hollenstedt gespielt, wo ich auch mein FSJ
absolviert habe. Sven kam auf mich zu und bot mir an, zu den Luchsen zu kommen, um in
der zweiten Mannschaft weiterhin in der Oberliga zu spielen, aber auch mit der Perspektive, mal bei
der ersten Mannschaft mit zu trainieren. Heike Axmann kannte mich ja auch von meiner Zeit beim
BSV. Ich fand die Perspektive, weiter leistungsorientiert zu trainieren und zu spielen, sehr schön und
freue mich, dass sich alles so gut entwickelt hat. Zunächst habe ich bei der zweiten Mannschaft
trainiert, konnte dann mittwochs aber bereits bei der ersten Mannschaft mit dabei sein, einige Zeit
später kam dann auch noch das Freitagstraining hinzu.
Also eine gute Entwicklung?
Ja, das war richtig toll mit den Spielerinnen, wie Kim Land oder Kim Berndt zu trainieren, die
ich bisher nur vom Zusehen der Spiele kannte. Das waren für mich richtige Respektspersonen und
dann habe ich schnell gemerkt, dass sie mich völlig respektieren und wir viel Spaß zusammen haben.
Ich kann mir viel abgucken. Allein beim Einwerfen mit Evelyn Schulz habe ich sooo viel gelernt.
Und das Highlight war dann, dass wir im Juni in Tornesch gegen die SG Altona den Hamburger Pokal
gewonnen haben. Das Siegtor fiel in der letzten Minute.
Neben den Erfahrungen und der Spielpraxis in der zweiten Mannschaft bist Du dann auch schon in
der zweiten Bundesliga aktiv geworden.
Genau. Als zum Ende letzten Jahres die Serie der ganzen Verletzungen begann, bekam ich die Chance
in der ersten Mannschaft auszuhelfen. Ich hatte mein erstes Spiel zuhause gegen Nord-Harrislee nach Weihnachten. Und gegen Harrislee war es auch, als ich im Rückspiel mein erstes Bundesligator geworfen habe.
Wie bist Du bei den Handball-Luchsen aufgenommen worden?
Also, ich habe ja schon in einigen Vereinen und Auswahlteams gespielt. Noch nie habe ich mich in
einem Team so wohl gefühlt. Wir gehen sehr familiär und persönlich miteinander um, trotz des
Leistungsgedankens. Und man bekommt immer Feedback und wird unterstützt. Es ist wirklich toll
hier.
Was machst Du neben dem Handball?
Nach dem FSJ habe ich eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin gemacht und überbrücke die Zeit
jetzt mit einem Job in einer Bäckerei.
Zum Herbst möchte ich mit einem Studium beginnen; entweder im Lehramt mit den Fächern Englisch
und Sport oder ein Studium der Humanmedizin. Mal sehen, was es wird …
Deine Wünsche für Deine Zukunft im Handball?
Ich würde sehr gern hier in Buchholz weiter spielen. Es wäre sehr schön, wenn ich in der zweiten
Mannschaft die Spielpraxis bekommen und mich weiter entwickeln kann, um dann mit einem
„richtigen“ Vertrag in der ersten Mannschaft eingesetzt werden zu können.


