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Starke Vorstellung der Luchse bei 27:20 Auswärtsniederlage gegen Tabellenführer Bietigheim

( Wörter)

Foto: Sportfotograf Felix Schlikis

Am 16. Spieltag der 1. Bundesliga unterlagen die HL Buchholz 08-Rosengarten der SG BBM Bietigheim zwar deutlich mit 27:20, leisteten aber vor 251 Zuschauern in der Sporthalle am Viadukt erheblich größeren Widerstand als man vermuten konnte. Der haushohe Favorit wollte bei seinen Siegen den Schnitt von plus15 Toren pro Spiel unbedingt halten, was ihm bei der energischen Gegenwehr des Tabellenletzten in einem insgesamt fairen Spiel nicht gelungen ist. Durch den doppelten Punktgewinn behauptete Bietigheim seinen 1. Tabellenplatz mit 32:0 Punkte vor Borussia Dortmund mit 26:2. Nationalspielerin Julia Maidhof war mit acht Toren die erfolgreichste Torschützin ihres Teams, Marleen Kadenbach konnte sich mit sieben Treffern für die Luchse auszeichnen. Bei der Begegnung des Davids aus dem Norden der Republik gegen den Goliath aus dem Süden kommentierte der Reporter bei der Übertragung von Sportdeutschland TV, dass hier schon ganz andere Mannschaften als die HL Buchholz 08-Rosengarten mit mehr als 40 Gegentoren nach Hause geschickt worden waren und zeigte sich überrascht, aber auch erfreut, dass das Schlusslicht der Tabelle einen so couragierten Auftritt in der Halle am Viadukt realisieren konnte.

Erwartungsgemäß ging der haushohe Favorit mit 3:0 in Führung, aber nach sieben Minuten war der Gleichstand zum 3:3 erreicht. Danach dominierte die SG und lag bis zur 19. Minute bereits mit 12:6 in Front, da die Luchse in dieser Phase des Spiels im Angriff zu konfus agierten und vor allen Dingen mit ihren verunglückten Anspielen an den Kreis den Gegner zu erfolgreichen Kontern einluden. Die höchste Tordifferenz in der ersten Halbzeit erreichte die SG in der 26. Spielminute als Julia Maidhof einen Strafwurf zum 15:7 verwandelte. Trotz der Überlegenheit des Gegners gaben die Luchse in keiner Phase der ersten 30 Minuten auf und bei einer besseren Chancenverwertung wäre auch ein knapperes Ergebnis möglich gewesen als die Verkürzung von Kim Berndt zum 16:9 bei Abpfiff der ersten Halbzeit der Partie.

Beide Mannschaften kamen motiviert aus der Pause, aber zunächst gelang es dem Primus der Liga nicht, den Außenseiter an die Wand zu spielen, zumal Mareike Vogel im Tor der Norddeutschen sich mit ihren Paraden als Meisterin ihres Fachs erwies. In der 44. Minute schien aber der Widerstand der Norddeutschen gebrochen zu sein als Stine Jörgensen mit ihrem Treffer zum 22:13 die Differenz auf plus 9 erhöhte. Aber durch eine 4-0-Lauf, der durch Julia Herbst abgeschlossen wurde, verkürzten die Luchse zum 22:17. Eine weitere Verbesserung des Resultats wäre bei der einzigen Strafzeit der Partie gegen Bietigheim möglich gewesen, aber bei einem erneuten Ballgewinn wurde diesmal das leere Tor verfehlt. Es war der Knackpunkt der Partie, denn danach fing sich der Tabellenführer wieder und beendete die interessante Auseinandersetzung zum verdienten 27:20.

Bemerkenswert war vor allen Dingen, dass die Norddeutschen bei der Klasse des Gegners nicht unter die Räder gerieten und selbstbewusst auftraten. Natürlich hatten die Ladys nicht ihren besten Tag, aber das muss auch nicht der Gradmesser des Tabellenletzten sein. Wenn es ganz dumm für die Schützlinge für Markus Gaugisch gekommen wäre, dann hätte es bis in die Schlussphase ein ganz enges Spiel werden können, wenn bei bereits parierten Würfen sich der Ball nicht doch knapp hinter der Linie befunden hätte. Bei dieser kompakten Gegenwehr fragt sich der neutrale Betrachter, warum sich die Luchse überhaupt bei ihrem Potential in einer so prekären Abstiegssituation befinden.

Dubravko Prelcec, der Trainer der HL Buchholz 08-Rosengarten hat eine Antwort darauf: „Gegen so eine Übermannschaft wie die SG BBM Bietigheim können meine Mädels befreit aufspielen. Wenn es bei uns dann einigermaßen läuft und der Gegner nicht seinen stärksten Tag erwischt, dann steigt das Selbstvertrauen und zeigt sich auch auf dem Spielfeld und in der gesamten Körpersprache. Leider gelingt es der Mannschaft oft nicht gegen Gegner, denen sie auf Augenhöhe begegnen müsste, ihre Qualitäten auf das Spielfeld zu bringen. Diesem Druck hält sie dann nicht stand und ist nicht in der Lage ihre Lockerheit zu bewahren und sich an die vereinbarten Absprachen zu halten. Aber durch diesen couragierten Auftritt in Bietigheim können die Mädels auf jeden Fall optimistisch in die nächsten schweren Aufgaben gehen.“

Bemerkenswert war der Kampfgeist der Gäste, denn durch die unterschiedlichen Abwehrformationen in der zweiten Halbzeit gelang es den Angriffsschwung der Heimmannschaft zu unterbinden und das Team von Markus Gaugisch vor Probleme zu stellen. Bei der individuellen Klasse des Gegners ist es nicht verwunderlich, dass sie am Ende des Spiels wieder Lösungen fanden.

Sven Dubau, der Geschäftsführer der HL Buchholz 08-Rosengarten war vor allen Dingen mit der zweiten Halbzeit sehr zufrieden: „Wir sind irgendwie eine Wundertüte. Ich kann nur hoffen, dass wir diese Form und Leidenschaft bewahren können. Mareike und Zoe haben im Tor eine prima Leistung gebracht. Besonders die Abwehr konnte im zweiten Abschnitt überzeugen, sonst hätten wir bedeutend höher verloren. Aber wer kann schon von sich behaupteten, in dieser Saison gegen die SG in 30 Minuten ein Remis erreicht zu haben. Das macht mich schon ein wenig stolz und zuversichtlich für die nächsten Aufgaben.“

Bietigheim:

Szkikora, Moreschi, Lauenroth, Smits, Schulze (3), Kudlacz-Gloc (1), Naidzinavicius (1), Dulfer (2), Smits, Snelder (1), Maidhof (8/5), Jorgensen (4), Behrend (5),
Mala (2)

Luchse:

Vogel, Ludwig, Cronstedt, Schulz (3), Kadenbach (7/4), Harms, Lamp, Berndt (3/1), Pieszkalla (1), Geist, Kilian(1), Axmann, Hauf (2), Herbst (3)

 

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