Die Handball-Luchse haben dem verlustpunktfreien Tabellenführer 1. FSV Mainz 05 einen großen Kampf geliefert, mussten sich am 6. Spieltag der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen aber mit 26:29 (11:13) geschlagen geben. In einer temporeichen und körperlich intensiv geführten Partie zeigte die Mannschaft von Trainer Dubravko Prelcec viel Mut und Einsatzbereitschaft. Bis in die Schlussminuten hinein blieb die Begegnung spannend, doch am Ende sicherten sich die Mainzerinnen die beiden Punkte.
Vor 375 Zuschauern in der Sporthalle Oberstadt erwischten die Luchse einen guten Start. Lotta Christiansen und Nantke Ackmann brachten die Gäste früh mit 2:1 in Führung. Mainz antwortete, doch die Luchse hielten mit viel Tempo und Entschlossenheit dagegen. Beide Mannschaften schenkten sich in den Zweikämpfen nichts und suchten konsequent den Weg zum Tor.
Ein wichtiger Rückhalt war erneut Torhüterin Lina Steinecke, die mit insgesamt 13 Paraden zahlreiche Mainzer Chancen vereitelte. Auf der Gegenseite erwischte allerdings auch Aurora Kryeziu einen starken Abend. Mit 17 Paraden brachte sie die Luchse immer wieder zur Verzweiflung und sollte für den Spielausgang eine entscheidende Rolle spielen.
Die Luchse nutzten ihre Möglichkeiten in der ersten Halbzeit immer wieder über die erste und zweite Welle und fanden auch im Positionsangriff gute Lösungen. Zu häufig scheiterten sie jedoch an Kryeziu, sodass sich Mainz zwischenzeitlich etwas absetzen konnte. Eike Hannemann hielt die Luchse mit wichtigen Treffern im Spiel. Kurz vor der Pause verkürzte Lotta Christiansen auf 11:13 – die Partie blieb damit völlig offen.
„Wir spielen eine gute erste Halbzeit und Lina hält uns mit ihren Paraden im Spiel. Unsere erste und zweite Welle funktionieren gut, aber wir scheitern einfach zu oft an Aurora. Dadurch lassen wir die Möglichkeit liegen, noch näher heranzukommen“, analysierte Prelcec.
Luchse beweisen Moral und kommen zurück
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gastgeberinnen den besseren Start und bauten ihren Vorsprung auf 17:11 aus. Die Luchse standen nun vor einer schwierigen Aufgabe, bewiesen jedoch große Moral und kämpften sich Tor um Tor zurück. Vor allem Eike Hannemann übernahm Verantwortung und erzielte wichtige Treffer. Mit einem starken Lauf verkürzten die Luchse den Rückstand bis zur 44. Minute auf 18:20. Plötzlich war wieder alles möglich.
Doch Mainz fand die passende Antwort. Die Gastgeberinnen nutzten ihre Chancen konsequenter und stellten den Vorsprung wieder her. Die Luchse ließen sich davon allerdings nicht entmutigen. Auch in der Schlussphase stemmte sich die Mannschaft gegen die drohende Niederlage. Nach Treffern von Katharina Böhmker, Nantke Ackmann, Selina Jopp und Marla Sophie Mathwig kamen die Gäste bis auf 25:27 heran. Die Hoffnung auf eine Überraschung lebte bis in die letzte Minute.
Am Ende behielten die Mainzerinnen jedoch die Nerven und brachten den 29:26-Erfolg über die Zeit. Während Mainz damit seine makellose Saisonbilanz auf 12:0 Punkte ausbaute, mussten die Luchse trotz einer kämpferisch starken Leistung ohne Zählbares die Heimreise antreten.
Prelcec ärgert sich über verpasste Chancen
Luchse-Trainer Dubravko Prelcec zeigte sich nach der Partie zwiegespalten: „Hätte man mir vorher gesagt, dass wir in Mainz mit drei Toren verlieren, hätte ich das unterschrieben. Auch wenn Mainz ein starkes Spiel gezeigt hat und verdient Tabellenführer ist, ärgere ich mich über diese Niederlage. Wir machen ebenfalls ein tolles Spiel, kämpfen uns nach einem größeren Rückstand wieder heran und haben bis zum Schluss die Chance, etwas mitzunehmen. Wir belohnen uns aber nicht für unseren Aufwand. Es muss uns einfach gelingen, mehr Profit aus unseren Torchancen zu schlagen. Gerade gegen eine Mannschaft wie Mainz werden solche vergebenen Möglichkeiten sofort bestraft.“


