Was für ein Handballabend in der NordHeideHalle! Die HL Buchholz 08-Rosengarten haben sich im Heimspiel gegen den HSV Solingen-Gräfrath mit 32:31 (12:15) durchgesetzt und damit ihren ersten Saisonsieg gefeiert. Vor 317 begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern lieferten sich beide Teams über 60 Minuten ein intensives, umkämpftes und hochspannendes Duell, das erst in den letzten Sekunden entschieden wurde.
Dabei starteten die Luchse alles andere als optimal in die Partie. Die Gäste aus Solingen zeigten zunächst, warum sie in dieser Saison zu den formstarken Mannschaften zählen, und nutzten Fehler im Angriff der Luchse konsequent aus. Trotz starker Paraden von Anja Rossignoli im Tor (16 gehaltene Würfe) ging Solingen mit einer 15:12-Führung in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel drehte das Team von Trainer Dubravko Prelcec auf. Angetrieben von der lautstarken Halle und einer kämpferischen Teamleistung kämpften sich die Luchse Tor um Tor heran. Besonders Lotta Christiansen (9 Tore) übernahm in der entscheidenden Phase Verantwortung und erzielte in der 59. Minute mit einer starken 1-gegen-1-Aktion den Siegtreffer zum 32:31.
Doch damit war der Krimi noch nicht vorbei: 50 Sekunden vor Spielende bekam Solingen noch einmal den Ball und die Chance auf den Ausgleich. Doch die Luchse-Abwehr bewegte sich in dieser Schlussphase hochkonzentriert und clever. Malu Sperling antizipierte ein Anspiel von der linken Außenposition perfekt, fing den Ball ab und sicherte so den umjubelten Ballgewinn.
Zehn Sekunden vor Ende nahm Trainer Prelcec seine letzte Auszeit – und die Luchse zeigten, dass sie aus den engen Spielen der vergangenen Wochen gelernt hatten. Ruhig, konzentriert und mit Übersicht spielten sie die verbleibende Zeit souverän herunter und brachten den ersten Saisonsieg sicher ins Ziel.
Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau zeigte sich nach der Partie emotional: „Das war eine irre Woche – erst die unglückliche Verletzung von Nantke Ackmann (Mittelhandbruch), dann meldet sich am Freitag Finja Harms mit einer Mandelentzündung krank, sodass wir ohne Kreisläuferin da standen. Ich muss der Mannschaft ein riesiges Kompliment machen. Sie hat unglaublichen Kampfgeist und Zusammenhalt gezeigt – das war Luchse-Handball pur.“
Auch Trainer Dubravko Prelcec lobte den Auftritt seines Teams, fand aber auch kritische Worte: „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Sie hat über 60 Minuten alles reingeworfen und sich endlich mit zwei Punkten belohnt. Wenn ich etwas zu meckern habe, dann, dass wir den Sack früher hätten zumachen müssen – in einigen Phasen haben wir uns selbst um den Lohn gebracht. Aber das war ein ganz wichtiger Schritt für unser Selbstvertrauen.“
Für Solingen, das erneut auf eine starke Deborah Spatz (10 Tore) und Vanessa Brandt (7 Tore) bauen konnte, war es eine bittere Niederlage nach großem Kampf. Trotz des Rückschlags bleibt das Team von Jonas Schlender mit 6:8 Punkten im Tabellenmittelfeld (Rang 8).
Die Luchse hingegen atmen auf: Mit nun 3:11 Punkten klettert das Team auf Platz 13 der Tabelle und belohnt sich endlich für die zuletzt starken Leistungen.
Bereits am kommenden Wochenende wartet jedoch die nächste schwere Aufgabe: Am Sonntag, den 9. November 2025, reisen die Luchse zum Bundesliga-Absteiger TSV Bayer 04 Leverkusen – erneut ein Duell, in dem Kampfgeist und Teamspirit gefragt sein werden.


