Was für ein Handballabend! Die HL Buchholz 08-Rosengarten haben beim ESV 1927 Regensburg ein starkes Ausrufezeichen gesetzt und den heimstarken Bunkerladies mit einem 27:27 (13:15) einen Punkt abgetrotzt. Dabei fehlte am Ende nur ein Wimpernschlag zum ganz großen Coup. Die Gastgeberinnen waren seit dem 28. März 2026 in eigener Halle ungeschlagen – doch die Luchse machten von der ersten Minute an deutlich, dass sie diese Serie unbedingt herausfordern wollten.
Luchse von Beginn an hellwach
Die Mannschaft von Trainer Dubravko Prelcec startete mit viel Selbstvertrauen, hohem Tempo und einer beeindruckenden Entschlossenheit in die Begegnung. Angeführt von einer starken Lotta Christiansen, die in der Anfangsphase im Angriff die Fäden zog, erspielten sich die Luchse früh Vorteile. Nach dem zwischenzeitlichen 3:1 für Regensburg drehten die Gäste auf und setzten sich mit einem beeindruckenden Lauf auf 4:9 ab.
Vor allem die kompakte Abwehrarbeit und das konsequente Tempospiel bereiteten den Gastgeberinnen erhebliche Probleme. Regensburg musste bereits früh reagieren und nahm beim Stand von 4:8 eine Auszeit. Doch die Luchse blieben konzentriert und fanden auch gegen die körperlich starke Defensive der Bunkerladies immer wieder Lösungen.
Ein Schreckmoment ereignete sich in der 21. Spielminute: Charlotte Zufelde verletzte sich bei einer unglücklichen Fuß-an-Fuß-Situation mit einer Gegenspielerin und konnte anschließend nicht mehr weiterspielen. Bis dahin hatte sie eine starke Partie gezeigt und bereits zwei Treffer erzielt.
Regensburg kämpfte sich zwar zurück und verkürzte den Rückstand zwischenzeitlich, doch die Luchse behielten die Kontrolle. Mit einer verdienten 15:13-Führung ging es in die Kabinen.
„Das war eine erste Halbzeit, die mich wirklich begeistert hat. Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft. Wir haben mit viel Leidenschaft verteidigt, ein enormes Tempo vorgelegt und im Angriff mutig unsere Chancen gesucht. Genau diese Einstellung wollten wir heute zeigen“, zeigte sich Trainer Dubravko Prelcec zur Pause und nach der Partie begeistert.
Ein Krimi bis zur letzten Sekunde
Auch nach dem Seitenwechsel bot sich zunächst das gleiche Bild: Die Luchse hielten dagegen, ließen sich vom lautstarken Publikum in der Sporthalle ESV 1927 nicht beeindrucken und behaupteten ihren Vorsprung. Selina Jopp, Nantke Ackmann und Lotta Christiansen setzten wichtige Akzente. Zwischenzeitlich wuchs der Vorsprung sogar auf fünf Treffer an.
Der Favorit aus Regensburg fand weiterhin nur schwer Zugriff auf das Spiel. Allerdings schlichen sich auf beiden Seiten zunehmend technische Fehler ein. Die Bunkerladies witterten ihre Chance, kamen immer besser in die Begegnung und wurden von den heimischen Fans lautstark nach vorne getrieben. Auch die mitgereisten Luchse-Fans machten sich bemerkbar und sorgten für großartige Unterstützung von den Rängen.
Die letzten zehn Minuten hatten es dann endgültig in sich. Die Luchse legten immer wieder vor und zeigten, dass sie sich diesen Punkt unbedingt verdienen wollten. Marla Mathwig verwandelte in der 49. Spielminute einen Siebenmeter zur 24:20-Führung. Wenig später erhöhte sie sogar auf 26:21. Doch Regensburg gab sich nicht geschlagen. Mit enormem Kampfgeist und der Unterstützung des eigenen Publikums verkürzten die Gastgeberinnen Tor um Tor.
In der Schlussphase wurde es dramatisch. Regensburg kam zurück und glich in der 58. Minute zum 26:26 aus. Doch die Luchse hatten noch eine Antwort: Nantke Ackmann traf 45 Sekunden vor dem Ende zum umjubelten 27:26. Die Bunkerladies setzten noch einmal alles auf eine Karte, brachten die siebte Feldspielerin und erzwangen sieben Sekunden vor dem Schlusspfiff einen Siebenmeter. Die erfahrene Franziska Peter behielt die Nerven und verwandelte zum 27:27-Endstand.
Damit war die Überraschung zwar nicht ganz perfekt, aber die Luchse hatten sich mit einer leidenschaftlichen Vorstellung einen hochverdienten Punkt aus Regensburg gesichert.
Prelcec: „Hier einen Punkt abzuluchsen, ist eine tolle Sache!“
„Natürlich war heute sogar noch etwas mehr drin. Wir waren ganz knapp an der großen Überraschung vorbei. Aber ich muss meiner Mannschaft zu diesem großartigen und aufopferungsvollen Spiel gratulieren. Wir haben hier über weite Strecken eine richtig starke Leistung gezeigt und uns auch von der Atmosphäre im Bunker nicht beeindrucken lassen. Hier einen Punkt abzuluchsen, ist eine tolle Sache“, resümierte Dubravko Prelcec.
Auch Geschäftsführer Sven Dubau zollte der Mannschaft großen Respekt: „Ich bin sehr stolz auf unser Team. Wir haben heute als geschlossene Mannschaft aufgetreten, füreinander gekämpft und uns diesen Punkt mit einer tollen Leistung verdient. Gerade in einer so schwierigen Auswärtshalle gegen einen Gegner, der zu Hause seit Monaten ungeschlagen ist, muss man erst einmal so auftreten. Das war Werbung für unseren Handball und ein starkes Zeichen für unseren Zusammenhalt.“
Jetzt wartet TuS Lintfort in der NordHeideHalle
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Luchsen nicht. Bereits am kommenden Sonntag, den 15. November 2026, steht das nächste Heimspiel auf dem Programm. Dann empfangen die Luchse den TuS Lintfort zum nächsten wichtigen Duell in der 2. Bundesliga. Anpfiff ist um 16:00 Uhr in der NordHeideHalle in Buchholz. Nach dem starken Auftritt in Regensburg möchte die Mannschaft den Schwung mitnehmen und gemeinsam mit den eigenen Fans die nächsten Punkte einfahren.


