Die Handball-Luchse haben am 5. Spieltag der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen ihren ersten Heimsieg der Saison gefeiert. Vor 321 Zuschauern in der NordHeideHalle setzte sich die Mannschaft von Trainer Dubravko Prelcec mit 32:26 (17:12) gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen durch. Dabei überzeugten die Luchse über weite Strecken mit einer souveränen Vorstellung, ließen sich auch von personellen Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen und belohnten sich für ihren engagierten Auftritt.
Die Luchse erwischten einen Traumstart. Pia Döpke eröffnete nach gut zwei Minuten den Torreigen, Lotta Christiansen und Lucy Saul legten nach. Als Nantke Ackmann in der sechsten Minute zum 4:0 traf, war der gute Beginn perfekt. Die Gäste fanden zunächst kaum Mittel gegen die konzentriert auftretenden Gastgeberinnen. Lucy Saul und Leni Stolle erhöhten weiter, sodass die Luchse nach knapp zehn Minuten bereits mit 8:1 führten.
Vor allem Pia Döpke setzte in der Anfangsphase im Angriff wichtige Akzente und sorgte für viel Druck auf die Leverkusener Defensive. Doch bereits in der elften Spielminute musste Trainer Dubravko Prelcec den ersten personellen Rückschlag verkraften. Bei einem Eins-gegen-eins aus der zweiten Welle gegen Marie Sauerwald blieb Döpkes rechter Fuß stehen. Die Rückraumspielerin konnte anschließend nicht mehr ins Spiel zurückkehren.
Prelcec reagierte und brachte Lin Lück, die erneut über ein Doppelspielrecht vom Buxtehuder SV für die Luchse auflief. „Wir haben mit Lene Forsbach, Marla Mathwig und Charlotte Zufelde einige Ausfälle und mussten daher reagieren“, erklärte der Luchse-Trainer. Lück fügte sich gut ein und sollte im weiteren Spielverlauf noch eine wichtige Rolle übernehmen.
Leverkusen nutzte die personelle Veränderung, um besser in die Partie zu finden. Die Gäste verkürzten den Rückstand und kamen vor allem über Dana Gruner und Luise Gruber zu Torerfolgen. Die Luchse leisteten sich nun einige individuelle Fehler, hielten die Elfen aber weiterhin auf Distanz. Leni Stolle zeigte sich treffsicher und erzielte allein in der ersten Halbzeit fünf Tore. Auch Malu Sperling, Tessa Pieperjohanns und Eike Hannemann trugen sich in die Torschützenliste ein.
In der 20. Minute folgte der nächste Rückschlag für die Gastgeberinnen: Kapitänin Nantke Ackmann sah nach einer unglücklichen Abwehraktion die rote Karte. Die Abwehrspielerin war einen Schritt zu spät gekommen und musste das Feld vorzeitig verlassen. Leverkusen verkürzte anschließend weiter, doch die Luchse fanden immer wieder die passende Antwort. Über 15:10 und 16:11 stellte die Mannschaft den Vorsprung wieder her. Malu Sperling sorgte kurz vor der Pause für den 17:12-Halbzeitstand.
Luchse behalten auch nach der Pause die Kontrolle
Nach dem Seitenwechsel kamen beide Mannschaften mit viel Tempo zurück auf die Platte. Im Angriff ließen die Luchse zunächst einige gute Möglichkeiten liegen, während Leverkusen den Rückstand Schritt für Schritt verkürzte. Beim 20:16 war die Partie wieder etwas enger geworden. Doch die Gastgeberinnen ließen sich nicht aus dem Konzept bringen.
Ein wichtiger Faktor war dabei Torhüterin Lina Steinecke, die mit insgesamt 15 Paraden einen starken Rückhalt bot und den Leverkusenerinnen immer wieder den Zahn zog. Gleichzeitig übernahm Lin Elisabeth Lück Verantwortung im Angriff. Mit ihren Treffern zum 18:13, 20:14 und später 24:19 sowie 25:19 half sie entscheidend dabei, den Abstand wieder zu vergrößern.
Auch Lucy Saul fand nach der Pause immer besser ins Spiel und setzte mit mehreren Treffern wichtige Akzente. Gemeinsam mit Selina Jopp sorgte sie dafür, dass die Luchse ihren Vorsprung weiter ausbauen konnten. In der 48. Minute traf Saul zum 27:19 – erstmals lagen die Gastgeberinnen mit acht Toren vorne.
Zusätzliche Unterstützung erhielten die Luchse aus der zweiten Mannschaft: Antonia Grössl kam zum Einsatz und brachte Ruhe in die Begegnung. „Toni hat ihre Sache sehr gut gemacht und die nötige Ruhe reingebracht“, lobte Prelcec den Einsatz der Spielerin.
Leverkusen gab sich trotz des deutlichen Rückstands nicht geschlagen und versuchte in der Schlussphase noch einmal, den Abstand zu verkürzen. Die Luchse fanden jedoch immer wieder Antworten. Lucy Saul erhöhte mit ihren Treffern auf 29:21 und 30:21, ehe Lin Elisabeth Lück in der 56. Minute das 31:23 erzielte. Janne Bern setzte mit ihrem Treffer zum 32:25 kurz vor Schluss einen weiteren Akzent. Am Ende stand ein verdienter 32:26-Heimsieg auf der Anzeigetafel.
Saul mit acht Treffern beste Werferin
Erfolgreichste Torschützin der Luchse war Lucy Saul mit acht Treffern. Leni Stolle erzielte fünf Tore, Lin Lück ebenfalls fünf. Bei den Gästen war Dana Gruner mit neun Toren die erfolgreichste Werferin. Für Leverkusen bleibt die Situation nach der fünften Saisonpartie schwierig: Die Elfen warten weiterhin auf ihren ersten Saisonsieg.
Luchse-Trainer Dubravko Prelcec zeigte sich nach dem Schlusspfiff zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Vor allem, weil wir mit Pia und Nantke zwei wichtige Spielerinnen bereits in der ersten Halbzeit verloren haben. Wir haben uns davon aber nicht aus der Ruhe bringen lassen, sind als Mannschaft zusammengeblieben und haben weiter unseren Handball gespielt. Das war heute entscheidend. Natürlich hatten wir auch Phasen, in denen wir zu viele Fehler gemacht und Chancen liegen gelassen haben. Insgesamt haben wir das aber gut gelöst und uns den Sieg verdient.“
Mit dem ersten Heimsieg verbessert sich die Ausgangslage der Handball-Luchse. Nach fünf Spieltagen stehen die Luchse mit 4:6 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz. Bayer 04 Leverkusen bleibt mit 1:9 Punkten auf Rang 14 und wartet weiter auf den ersten Erfolg.


