Hinter den stabilen Defensivverbünden ragten auf Bremer Seite Wioleta Pajak mit 17 Paraden sowie bei den Luchsen Anja Rossignoli mit 16 Paraden heraus, die dem Derby ihren Stempel aufdrückten.
Luchse mit starkem Beginn
Die Gäste aus der Nordheide fanden hervorragend in die Partie. Nach Treffern von Tine Hinz (0:1, 4.), Lene Marie Forsbach (0:2, 5.) und Nantke Ackmann (2:3, 9.) übernahmen die Luchse früh die Initiative. Bremen stand vor der großen Herausforderung, das Tempospiel der Buchholzerinnen zu unterbinden – was zunächst nur phasenweise gelang.
Nach dem zwischenzeitlichen 5:4 für die Gastgeberinnen kämpften sich die Luchse zurück. Forsbach (5:5), Petersen (6:6) und Ackmann (10:8, 10:9) hielten ihr Team im Spiel. In der Schlussphase der ersten Halbzeit belohnten sich die Luchse für ihre engagierte Körpersprache und konsequente Abwehrarbeit: Emma Niemann traf zum 11:12 (28.), Ackmann legte das 11:13 (28.) nach. Mit einer verdienten 13:11-Führung ging es in die Kabinen.
Luchse-Trainer Dubravko Prelcec zeigte sich zufrieden: „Wir haben eine tolle erste Halbzeit gespielt. Durch hervorragende Abwehrarbeit und eine glänzend aufgelegte Anja Rossignoli sind wir absolut verdient mit der Führung in die Pause gegangen.“
Schockmoment und Wendung
Auch nach Wiederanpfiff blieben die Luchse stabil. Ein 2:0-Lauf direkt nach der Pause – Lucy Saul (11:14) und Lotta Christiansen (11:15) – unterstrich die Ambitionen der Gäste. Spätestens mit dem verwandelten Siebenmeter von Malu Sperling zum 11:16 (34.) schien das Momentum klar auf Seiten der Luchse.
Zuvor jedoch der Schockmoment: In der 34. Minute brach Lotta Christiansen im Tempospiel durch. Anna-Lena Bergmann konnte sie nur noch mit einem Foul stoppen. Christiansen blieb zunächst liegen und musste behandelt werden, konnte jedoch weiterspielen. Bergmann wurde disqualifiziert. Die anschließende Überzahl nutzten die Luchse zunächst, doch Bremen gab sich nicht geschlagen.
Angeführt von Tessa Budelmann (insgesamt 6 Tore) kämpfte sich Werder zurück. Über 14:17 (40.) und 16:18 (44.) verkürzten die Gastgeberinnen Schritt für Schritt. Die Luchse fanden zunehmend Probleme, im Positionsangriff klare Lösungen zu erarbeiten, während Bremen das Spiel wieder offen gestaltete.
Dramatische Crunchtime
Die Schlussphase hatte alles, was ein Derby braucht. Beim Stand von 20:21 (57.) mussten die Luchse sogar in doppelter Unterzahl agieren. Doch die Defensive hielt – und immer wieder war es Anja Rossignoli, die mit wichtigen Paraden den Ausgleich verhinderte.
40 Sekunden vor dem Ende war es dann Emma Niemann, die nach angezeigtem Zeitspiel cool blieb und zum 21:22 traf (59:20). Doch Bremen reagierte sofort, schaltete ins Tempospiel und kam durch Lisa Munderloh nur zehn Sekunden später zum 22:22-Ausgleich (59:30).
Zwölf Sekunden vor Schluss nahm Trainer Dubravko Prelcec seine letzte Auszeit: „Wir wollten kein Risiko mehr eingehen. Wir haben uns gegen eine überraschende Aktion entschieden und wollten über einen Einläufer agieren. Aber Bremen hat das defensiv gut gelöst.“
Der letzte Angriff brachte keine Entscheidung mehr – es blieb beim gerechten 22:22. Ein intensives, temporeiches und bis zur letzten Sekunde spannendes Derby, das keinen Sieger verdient gehabt hätte. Bremen steht nach 19 Spielen mit 19:19 Punkten im gesicherten Mittelfeld. Die Buchholzerinnen konnten mit nun 8:28 Punkten aus 18 Spielen einen kleinen, aber wichtigen Schritt in die richtige Richtung machen.


