Erstmals mit vier Erstligisten

Hamburger Abendblatt

“Für uns ist das Turnier eine echte Standortbestimmung”, sagt Handballtrainer Steffen Birkner, “bis dahin spielen wir in der Vorbereitung eher gegen unterklassige Gegner, in Stove zum ersten Mal gegen Bundesligisten. Für mich sind vor allem die inhaltlichen Erkenntnisse wichtig, damit wir wissen, was wir in den restlichen zwei Wochen noch zu tun haben.”

Birkner, Coach der SGH BW Rosengarten-Buchholz, spricht über den Elbmarsch-Handball-Cup. Das Saisonvorbereitungsturnier für Handballfrauen findet am Sonnabend, 22. August, zum sechsten Mal statt und wartet dennoch mit einer Premiere auf. Noch nie seit 2010 konnte die ausrichtende HSG Elbmarsch den Sportfans vier Erstligisten auf einen Schlag präsentieren. Möglich geworden ist dies durch die Meisterschaft der SGH BW Rosengarten-Buchholz in der 2. Bundesliga und den Aufstieg ins deutsche Oberhaus. Die weiteren Vereine heißen Buxtehuder SV, VfL Oldenburg und SV Garßen-Celle. Damit gibt es bei der inoffiziellen Niedersachsenmeisterschaft die identische Besetzung wie 2014. Vor einem Jahr gewann Oldenburg den Elbmarsch-Handball-Cup im Endspiel mit 36:35 gegen Buxtehude. Ein Szenario, das sich neun Monate später auf anderer Bühne wiederholen sollte. Denn im Finale um den DHB-Pokal Ende Mai in Hamburg standen sich die Traditionsvereine erneut gegenüber. Buxtehude drehte den Spieß um errang mit dem DHB-Pokal den ersten nationalen Titel der Vereinsgeschichte.

Am 22. August kommt es in Stove zu den Halbfinalpartien VfL Oldenburg gegen Rosengarten-Buchholz (14 Uhr) und Buxtehuder SV gegen SVG Celle (15.15 Uhr). Die Verlierer bestreiten gegen 16.45 Uhr das Spiel um Platz drei. Anschließend wird um 18.30 Uhr das Endspiel angepfiffen. Alle Spiele gehen über 2 x 25 Minuten. Vorverkauf bei Wir-Leben-Apotheken und Sparkasse Harburg-Buxtehude. Unterstützt wird das Turnier von der Sparkasse Harburg-Buxtehude und den wir-leben-Apotheken. In den Filialen in Winsen und Marschacht gibt es die Eintrittskarten im Vorverkauf. Erwachsene zahlen sechs Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren drei Euro. Ferner nimmt HSG-Vorsitzender Jochen Brück Bestellungen per E-Mail jochen.brueck@freenet.de an.

Prämiert werden die beste Torhüterin, beste Torschützin und beste Spielerin. Auch die Fans in der 750 Zuschauer fassenden Halle können gewinnen. Es werden Tickets für Heimspiele der vier Bundesligateams verlost. Die Trainer Dirk Leun (Buxtehude) und Steffen Birkner (Rosengarten) gaben jetzt Einblick in den Stand der Vorbereitung. Während sich Rosengarten in der vierten Trainingswoche befindet und bislang nur Kraft- und Laufeinheiten absolviert hat, setzt Buxtehude seit dem Trainingsstart vor einer Woche auf eine Kombination aus Athletik- und Ballarbeit. “Ich bin sehr zufrieden. Alle Spielerinnen sind engagiert dabei und wir sind von Verletzungen verschont geblieben”, sagt Birkner. Die erste Phase endet für die SGH am Wochenende mit einem Trainingslager in Würzburg. Leun verwies auf zwei Trainingslager, die der Buxtehuder SV traditionell in Dänemark abhalten wird, sowie auf Turniere in Wittlich, Oldenburg und ebenfalls in Dänemark. Verzichten muss er auf die Youngster Emily Bölk und Paula Prior, die mit der Juniorinnen-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft spielen. Nach zweiwöchigem Urlaub stoßen sie beim Elbmarsch-Handball-Cup erstmals wieder zum Team des deutschen Vizemeisters.

Neu beim BSV ist Evelyn Schulz. “Meine Stärken sind Größe, Kraft und Spielwitz”, sagt die 26 Jahre alte und 1,83 Meter große Kreisläuferin, die auch im Rückraum einsetzbar ist. Die Trainingsintensität sei der größte Unterschied zwischen ihrem alten Verein Celle und Buxtehude, meint Schulz. Sie ist ebenso wie Rosengartens Neuzugang Melissa Luschnat bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude beschäftigt. Luschnat kam über Turnen und Leichtathletik zum Handball. “Mein erster Spielerpass in Buxtehude ist von 2001”, erinnert sich die 23-Jährige, “es kostet Überwindung, seinen Heimatverein zu verlassen.” Für ihren neuen Verein SGH BW Rosengarten-Buchholz besaß Luschnat in der letzten Saison schon ein Zweitspielrecht. “Ich will viel mehr Spielzeit bekommen, richtig zum Team dazugehören, viel lernen und um jeden Punkt kämpfen”, formuliert sie ihre persönlichen Saisonziele.