Nach schwacher Leistung verdiente 23:27 Niederlage gegen Beyeröhde

Am 29. Spieltag der 2. Handball Bundesliga trafen die bereits als Meister feststehenden HL Buchholz 08-Rosengarten auf den Tabellenvierten TV Beyeröhde/Wuppertal und unterlagen den „Handballgirls“ nach mäßiger Leistung mit 23:27. Zwar hatte die Mannschaft im Vorfeld der Begegnung immer betont, sich konzentriert und zielorientiert auf das Spitzenspiel vorzubereiten, um dem tollen Heimpublikum noch einmal eine mitreißende Handball-Gala zu bieten, aber schon die ersten 10 Minuten verdeutlichten, dass das Team um Spielmacherin Kim Land mental nicht in der Lage war, die Vorgaben des Trainer-Teams erfolgreich umzusetzen. Zwar konnten die Luchse in der 5. Spielminute durch Laura Schulze mit 2:1 in Führung gehen, aber Johanna Heldmann und Pia Adams im Rückraum zeigten über 60 Minuten eine herausragende Leistung und konnten von der oft unaufmerksamen Abwehr der Luchse nicht entscheidend gestoppt werden. So war der Zwischenstand von 4:5 in der 13. Minute für die „Handballgirls“ nur folgerichtig. Beim 5:5 blitzte noch einmal die Klasse von Kim Land auf, als sie mit einem „No-Look-Pass“ über 10 Meter Evelyn Schulz am Kreis bediente, die zum 5:5 einnetzte. Aber das Angriffsspiel der Heimmannschaft blieb sehr statisch und war geprägt von unüberlegten und schwachen Abschlüssen. Trotz all dieser Mängel gelang es den Luchsen in den letzten 10 Minuten des ersten Durchgangs, sich langsam abzusetzen als Zeliha Puls der Drei-Tore-Vorsprung zum 12:9 gelang. Martin Schwarzwald, der Trainer des TVB sah sich genötigt von der grünen Karte Gebrauch zu machen, um seine Mannschaft neu einzustellen. Aber wieder war es Zeliha Puls, die die Führung der Luchse auf 14:10ausbaute, doch zwei Sekunden vor dem Abpfiff der ersten Halbzeit verkürzte Hannah Kamp auf 14:11 und realisierte das erste Zwischenziel von Martin Schwarzwald, möglichst lange dran zu bleiben.

Beide Mannschaften konnten die Spitzenbegegnung nicht in Bestbesetzung bestreiten, aber auffällig war, dass die „Handballgirls“ trotz des Rückstands den insgesamt attraktivern und schnelleren Handball spielten. Die Luchse folgten nicht den Anweisungen des Trainer-Teams mehr über außen zu agieren, sondern suchten fast ausschließlich den Erfolg durch die Mitte. Das Positionsspiel war viel zu langsam und die Abschlüsse zu ungenau.

Im zweiten Abschnitt der Partie wurde des Spiel der HL Buchholz 08-Rosengarten nicht besser. Sie waren mental nicht richtig bei der Sache, konnten aber bis zur 40. Minute einen Zwei-Tore-Vorsprung verteidigen. Es war aber unverkennbar, dass es ihnen immer schwerer fiel, zum Erfolg zu kommen. Die letzte Führung von 19:18 hatte bis zur 45. Minute Bestand, danach drehten die Gäste so richtig auf und alle Maßnahmen des Trainer-Teams verhallten ungehört und wurden vom TVB gnadenlos bestraft. Auch das in diesem Spiel großartige Luchse-Publikum konnte eine Wende der Begegnung nicht mehr bewirken, zwar kämpfte der Meister, aber die Mittel waren sehr limitiert. In der 50. Minute betrug der Rückstand der Luchse bereits 20:23 als Johanna Heldmann aus dem Rückraum wieder einmal erfolgreich war. Bei ihren Abschlüssen scheiterten die Luchse immer wieder an Dana Centini, die eben genau dort stand, wohin der Ball abgefeuert wurde. Die höchste Führung gelang Hannah Kamp mit ihrem Treffer in der 57. Minute zum 21:27, aber Marthe Nicolai und Lynn Schneider konnten die Niederlage der Heimmannschaft mit 23:27 etwas erträglicher gestalten. Der Sieg des TV Beyeröhde/Wuppertal war klar verdient. Selbst mit ihrem Mini-Kader haben sie immer an ihren Erfolg geglaubt. Bei dem Spiel amSamstag konnten sich Johanna Heldmann und Pia Adams aus dem Rückraum eindrucksvoll in Szene setzten. Dudo Prelcec, der Trainer der Luchse bedauert die schwache Leistung seiner Mannschaft: “Wir wollten auch heute dieses Spiel gewinnen, konnten aber nicht unsere spielerischen Qualitäten einbringen, da der Wille zwar da war, aber der Kopf nicht mitgespielt hat – das ist bedauerlich. Ich muss die Mädels aber auch in Schutz nehmen, denn sie haben sonst immer ihre Leistung abrufen können, wenn es um etwas ging. Glückwunsch aber auch an meinen Kollegen Martin Schwarzwald, der es trotz aller Widrigkeiten verstanden hat, sein Team nach vorne zu pushen. Sie wollten den Sieg einfach mehr und das muss ich akzeptieren.“

Luchse: Vogel, Filter, Schulz (4), Land (5), Schultze (3), Kadenbach, Nicolai (1), Geist, Nanfack, Herbst (3), Schneider (2/1/0), Axmann (2/1/1), Hauf, Puls (3)

TVB: Centini, Michailidis, Hufschmidt (1), Heldmann (7), Adams (10/3/3), Szücs,Tomlik (2), Kamp (6), Knippert (1), Havel

Foto: Karsten Schaar