Mangelnde Chancenverwertung besiegelt die 26:24 Niederlage der Luchse in Leverkusen

Am 14. Spieltag der 1. Bundesliga trafen die HL Buchholz 08-Rosengarten in ihrem Auswärtsspiel auf den TSV Bayer 04 Leverkusen und unterlagen nach großem Kampf den Elfen in der Ostermann-Arena 26:24. Durch diese Niederlage verbleiben die Luchse mit 8:20 Punkten auf dem Relegationsplatz, während durch den dritten Sieg in Folge die Chemiestädterinnen mit den positiven 14:8 Zählern den siebten Rang der aktuellen Tabelle zu behaupten vermochten. Erfolgreichste Torschützin beim TSV war die überragende Zoe Sprengers mit 13 Treffern und bei den Luchsen Marleen Kadenbach mit sieben Toren.

Beide Mannschaften konnten nicht in Bestbesetzung antreten, denn die Elfen mussten neben Mia Zschoke auch auf den Einsatz des Neuzugangs Mariana Ferreira Lopez verzichten und konnten Zivile Jurgutyte und Hildigunnu Einarsdottir nur sporadisch einsetzen. Bei den Luchsen fehlten bekanntlich Marthe Nicolai, Evelyn Schulz, Jessica Oldenburg und Svea Geist und so musste man gespannt sein, wie Dubravko Prelcec seine Abwehr neu aufstellen würde. In der Deckung wurde zunächst Kim Land eingesetzt und am Kreis agierte Natalie Axmann.

Nach sechs Minuten führte die Heimmannschaft mit 6:3, aber die Gäste ließen sich nicht so schnell abschütteln und kamen durch Treffer von Kim Berndt und Louise Cronstedt wieder auf 6:5 heran, aber postwendend erhöhte Svenja Huber per Siebenmeter auf 7:5. Als die gute Leverkusener Abwehr Louise Cronstedt nicht frühzeitig angriff, ließ sie mit ihrem Kracher der sonst überragend agierenden Torhüterin Vanessa Fehr keine Chance und zwei Minuten später in der 15. Minute gelang Marleen Kadenbach sogar der Ausgleich zum 7:7. In der Folgezeit dominierten die ausgezeichneten Abwehrreihen beider Teams und ließen keine einfachen Tore zu. Die Elfen zogen dann wieder mit zwei Treffern Vorsprung davon, aber die Norddeutschen blieben in diesem Spiel auf Augenhöhe und hielten dagegen. Als in der 27. Minute die kaum zu stoppende Zoe Sprengers den Spielstand auf 12:10 stellte, gelang es erneut Louise Cronstedt mit zwei sehenswerten Toren aus dem Rückraum, den Vorsprung der Heimmannschaft noch bis zur Pause zum 12:12 zu egalisieren.

Erfreulich war die starke Leistung der Luchse in der ersten Halbzeit, die den favorisierten Elfen eine mutige Partie auf Augenhöhe lieferten. Erstaunlich gut stand die neu formierte 6-0-Abwehr, die ebenso beweglich und kompakt agierte wie die der Heimmannschaft und kaum Treffer aus dem Rückraum zuließ. Erfreulich war auch der erste Auftritt der jungen Finja Harms, die vom Kooperationspartner Buxtehuder SV verpflichtet wurde, denn ihr gelang nach schönem Zuspiel ihr erstes Bundesligator für die HL Buchholz 08 Rosengarten.

Im zweitem Abschnitt der Partie kamen die Gäste nur schwer ins Spiel und so war es kein Wunder, dass der TSV auch durch die Paraden der neu ins Spiel gekommenen Kristina Graovac bis zur 40. Minute mit 18:15 eine Drei-Tore-Führung erreichte, als sie selbst einen Fehler der in Unterzahl spielenden Luchse ausnutzte. In dieser Phase des Spiels häuften sich beim Aufsteiger die Zeitstrafen und so konnte Zoe Sprengers von Außen immer wieder mit ihren präzisen Würfen erfolgreich abschließen. In der 46. Minute erhöhte sie nach Strafwurf zur ersten Fünf-Tore-Führung zum Spielstand von 22:17, die von Marleen Kadenbach wieder auf 22:18 verkürzt werden konnte, aber in der 51. Spielminute brachte Mareike Thomaier die Elfen mit 24:18 in Front. Die Entscheidung schien gefallen zu sein, doch die Luchse stemmten sich mit aller Kampfkraft gegen die drohende Niederlage. Fatos Kücükyildiz, Maj Nielsen und Kim Berndt verkürzen den Vorsprung der Elfen auf 24:21, aber der Aufsteiger vergab dreimal in Folge klarste Tormöglichkeiten. In den letzten Minuten des Spiels gelang den Luchsen auch durch kurze Deckung der Leverkusener Spielerinnen nicht mehr das Blatt zu wenden, sondern Fatos Kücükyildiz konnte nur noch zum Endstand von 26:24 verkürzen.

Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass die Luchse gegen den Dino der 1. Bundesliga so eine couragierte Leistung abrufen würden. Umso schmerzlicher ist es, dass die Mannschaft sich durch das Auslassen klarer Möglichkeiten selbst um die Früchte ihrer Bemühungen brachte. Trotz der Enttäuschung kann Dubravko Prelcec auch sehr positive Eindrücke auf die Heimreise mitnehmen. Die beiden Kreisspielerinnen Finja Harms und Nicole Steinfurth feierten einen gelungenen Einstand und Kim Land gab der Abwehr sehr viel Stabilität, aber auch Louise Cronstedt und Fatos Kücükyildiz zeigten ihre ansteigende Form. „Insgesamt bin ich mit dem Auftreten meiner Mannschaft sehr zufrieden, denn phasenweise haben die Mädels gegen die kompakte Leverkusener Abwehr auch spielerisch Lösungen gefunden. Allerdings konnten wir in der zweiten Halbzeit, besonders in Unterzahl die Kreise von Zoe Sprengers nicht mehr entscheidend stören, die von Außen sehr sicher verwandelte und zusammen mit den beiden Torhüterinnen zum entscheidenden Faktor wurde. Loben muss ich den Kampfgeist des Teams, denn zu keinem Zeitpunkt haben sich die Mädels aufgegeben – als sehr erfreulich bewerte ich auch die beiden Treffer der jungen Finja Harms. Im Derby gegen Buxtehude sollten wir allerdings sich bietende Chancen besser nutzen, wenn wir nur den Hauch einer Chance haben wollen“, resümiert der Coach der HL-Buchholz 08-Rosengarten. Auch Matthias Steinkamp vom Luchse-Trainer-Team lobt das Spiel des Aufsteigers: „Ich bin stolz auf die Mädels. Trotz der Situation mit vier verletzten Spielerinnen, haben wir in Leverkusen auf Augenhöhe gespielt und nur Nuancen haben zu einem Punktgewinn gefehlt. Der gelungene Einstand von Nicole Steinfurth und Finja Harms hat mich besonders gefreut.“

Leverkusen: Fehr, Graovac (1), Thomaier (3), Jurgutyte, Hinkelmann, Sprengers (13/5), Holste, Souza (2), Kampf, Bruggeman (1), Polsz (2), Einarsdottir (1), Lopez, Huber (2/1), Cormann (1)

Luchse: Vogel, Ludwig, Land, Nielsen (1), Kadenbach (7/2), Harms (2), Lamp, Berndt (5/3), Axmann, Luschnat (1), Hauf, Borutta, Herbst (1), Steinfurth, Kücükyildiz (3), Cronstedt (4)