Luchse unterliegen unglücklich mit 19:20 gegen den Spitzenreiter Halle

Am 9. Spieltag waren die HL Buchholz 08-Rosengarten nach der 29:31 Heimniederlage gegen den BSV Zwickau beim noch verlustpunktfreien Spitzenreiter SV Union Halle-Neustadt gefordert. In der Erdgas Sportarena kam es vor fast 700 Zuschauern zu einem unglaublich spannenden Duell auf Augenhöhe, das von den starken Abwehrreihen dominiert wurde.

Die Luchse hatten den besseren Start und gingen mit 0:2 in Führung und es dauerte bis zur 12. Minute ehe die „Wildcats“ zum 3:3 ausgleichen konnten. Im weiteren Verlauf der Begegnung konnten beide Teams ihre Nervosität nicht ablegen, denn die starken Abwehrreihen zwangen die Akteurinnen zu vielen technischen Fehlern oder überhasteten Würfen im gebundenen Spiel. In der 15. Minute zückte Tanja Logvin die grüne Karte als der amtierende Meister wieder mit 3:5 in Führung ging. Was immer sie auch ihren Spielerinnen gesagt haben mag, es fruchtete. Zwar warf der Spitzenreiter bis zum Ende des ersten Abschnittes nur fünf Tore zum Pausenstand von 8:5, aber die Luchse blieben 15 Minuten erfolglos, da sie reihenweise die klarsten Chancen vergaben und an der überragenden Anica Gudelj scheiterten.

Auch zwei Auszeiten von Gästetrainer Dubravko Prelcec konnten an der erfolglosen Wurfausbeute seiner Schützlinge nichts ändern, denn die schnelle 3-2-1 Deckung im Zusammenspiel mit der Torhüterin verunsicherte die Spielerinnen der HL Buchholz 08-Rosengarten mehr und mehr. Die 5-1 Abwehr der Luchse funktionierte noch und machte es ihrerseits den „Wildcats“ nicht leicht zu Toren zu kommen. Vom spielerischen Niveau war die erste Halbzeit sehr überschaubar, da keines der beiden Teams die Nervosität ablegen konnte und sich immer wieder unerklärliche Fehler leisteten.

Nach der Pause wurde die insgesamt 16-minütige Torflaute der Gäste endlich durch Johanna Heldmann beendet, die zum 8:6 verkürzen konnte, aber die Luchse blieben ihrer Linie treu, sie verteidigten hinten bravourös, aber vorne vergaben sie Strafwürfe, scheiterten am Lattenkreuz oder konnten selbst bei klarsten Gelegenheiten Anica Gudelj nicht überwinden. Die „Wildcats“ konnten ihren Vorsprung durch Saskia Lang auf vier Tore ausbauen, aber die Gäste gaben sich noch nicht geschlagen, weil sie verbissen um den Anschluss bemüht waren und im Angriff variabler über Außen spielten. Zeliha Puls markierte das 11:10 und Kim Land gelang der Ausgleich, so dass Tanja Logvin sich gezwungen sah eine Auszeit zu nehmen, um ihr Team neu einzustellen – wieder mit Erfolg. Bis zur 47. Minute konnte sich der Spitzenreiter durch den Treffer von Sophie Lüdke zum 16:13 absetzen, so dass Luchse Trainer Dubravko Prelcec seinerseits die grüne Karte zog, um das drohende Unheil für seine Mannschaft noch abzuwenden. Aber als Saskia Lang in der 54. Minute zum 20:16 einnetzte, schien die Niederlage des Meisters besiegelt zu sein. Doch zu dieser Zeit konnte niemand ahnen, dass es das letzte Tor des Tabellenführers in dem Spiel sein würde, denn die Luchse mobilisierten noch einmal alle Kräfte und kamen 104 Sekunden vor Schluss durch schön heraus gespielte Treffer von Außen durch Marthe Nicolai und Zeliha Puls sowie einer gekonnten Einzelleistung von Kim Land auf 20:19 heran. Die verbleibende Spielzeit wurde zum Albtraum für die Luchse – als die Schiedsrichter den Arm hoben und das passive Spiel der „Wildcats“ anzeigten, blieben den „Wildcats“ nur noch sechs Pässe und das Glück war auf ihrer Seite. Die abgeblockten Wurfversuche landeten immer wieder in ihren Reihen und die Zeit lief unerbittlich weiter. Erst wenige Sekunden vor Beendigung der Partie bekamen die Luchse die Chance zum Ausgleich, der aber nicht mehr von Erfolg gekrönt war.

„Besonders meine erfahrenen Spielerinnen waren übermotiviert, sehr unruhig und viel zu hektisch. Wir wollten das Spiel breit machen, um über die Außen zum Erfolg zu kommen, das ist uns leider erst spät gelungen. Unsere Abwehrleistung war großartig und hat uns im Spiel gehalten. Wenn man gegen eine Ausnahmemannschaft wie dem SV Union Halle-Neustadt auswärts nur 20 Tore kassiert, dann muss man eigentlich das Spiel gewinnen, aber wir haben unsere zahlreichen Chancen nicht genutzt und dürfen uns dann auch nicht beschweren“, erklärt Luchse Trainer Dubravko Prelcec. Es war so ein Spiel in dem die Luchse kein Glück hatten und später noch Pech dazu kam, denn in der Schlussphase wurden einige Würfe der „Wildcats“ so unglücklich abgefälscht, dass sie dennoch den Weg ins Tor fanden. Das Spitzenspiel war nichts für schwache Nerven und das Niveau in der 2. Halbzeit deutlich besser. Das lautstarke Publikum sorgte für eine tolle Stimmung in der Halle und auch die zahlreichen Luchse-Fans unterstützten bis zum Schluss ihre Mannschaft. Matthias Steinkamp vom Luchse Trainer-Team sagt abschließend: „Wir haben alles gegeben und stehen am Ende trotz starker Abwehr ohne Zählbares in der Hand da! Gerade in den ersten 30 Minuten waren wir offensiv sehr fahrig und unkonzentriert. Nichtsdestotrotz kämpfte sich das Team mehrfach wieder heran und schlussendlich fehlten nur Sekunden zum Ausgleich. Nun sind wir gefordert und wollen die restlichen Punkte im Jahr 2019 holen, um zur Tabellenspitze Anschluss zu halten!“

Wildcats: Gois Gudelj, Dietz, Lang (5), Winkler, Smit (2), Heimburg (2), Gruber (1), Boonkamp (3), Lütke (5/1/1), Smolik, Funke (1), Redder (1)

Luchse: Vogel, Löbig, Schulz, Land (4), Heldmann (3), Nicolai (3), Lamp (0/1/0), Berndt (3/4/3), Herbst, Geist, Hauf, Borutta, Puls (6)

Luchse-Fans beim Auswärtsspiel in Halle