Luchse unterliegen in Halle mit 27:24

Am 22. Spieltag der 1. Bundesliga waren die HL Buchholz 08-Rosengarten in ihrem Auswärtsspiel gegen SV Union Halle-Neustadt gefordert. Die Luchse unterlagen trotz guter Leistung in einem bis in die Schlussphase spannenden Spiel mit 27:24. Die Wildcats konnten sich durch diesen Sieg ein Polster zu den Abstiegsrängen verschaffen und vergrößerten mit sechs Punkten ihren Vorsprung auf den Relegationsplatz, der nun von Frisch Auf! Göppingen eingenommen wird, da die Süddeutschen in ihrem Auswärtsspiel in Bad Wildungen mit 32:28 erfolgreich waren. Durch die Niederlage in Halle fielen die Norddeutschen mit 9:35 Punkten auf einen Abstiegsplatz zurück. SV Union Halle-Neustadt belegt mit 16:28 Punkten den 12. Rang in der aktuellen Bundesligatabelle. Die erfolgreichsten Torschützinnen waren bei Halle-Neustadt Sophie Lütke und Helena Mikkelsen sowie Kim Berndt und Sarah Lamp bei den Luchsen mit jeweils sechs Toren.

Der bereits dezimierte Kader der Gäste wurde durch die Erkrankung von Fatos Kücükyildiz noch weiter geschwächt, so dass nun bereits sieben Spielerinnen nicht zur Verfügung standen, was die Aufgabe für die Luchse noch schwieriger machte. Dennoch beherrschten sie in den ersten sechs Minuten mit einer 5:1 Führung das Geschehen, da die Heimmannschaft nur schwer ins Spiel kam. In der gesamten ersten Halbzeit dominierten die schnellen Abwehrreihen, wobei den Gästen durch Alexia Hauf einige erfolgreiche Konter gelangen. Es dauerte bis zur 21. Minute ehe den Wildcats durch Helena Mikkelsen die erste Führung zum 8:7 gelang. So entwickelte sich ein spannendes Spiel auf Augenhöhe und die Luchse behaupteten bis zur 25. Minute ein 10:10 als Kim Berndt einen Strafwurf sicher verwandelte. Doch in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit konnte sich die Heimmannschaft durch einen 5-1-Lauf absetzen, denn die sonst so starke Abwehr der Luchse fand keine Mittel gegen die Wurfstärke von Helena Mikkelsen und Julia Redder aus dem Rückraum, so dass die Wildcats mit einer beruhigenden 15:11 Führung in die Pause gingen.

Dubravko Prelcec hatte seine Mannschaft ausgezeichnet auf den Gegner eingestellt. Die 6-0-Abwehr stand sicher, war sehr schnell und immer bemüht den Spielfluss der Heimmannschaft zu unterbinden, was auch bis fünf Minuten vor Ende der ersten Halbzeit hervorragend gelang. Durch den kleinen Kader der Gäste war aber abzusehen, dass der Einbruch eigentlich nur eine Frage der Zeit war, denn die verbliebenen Spielerinnen aus Norddeutschland hatten kaum Ruhepausen. So fanden die Wildcats auch Lösungen, um in der Schlussphase des ersten Abschnitts aus dem Rückraum zu einfachen Toren zu kommen. Wer aber gedacht hatte, dass die Partie schon entschieden war, der sah sich getäuscht. Dubravko Prelcec hatte seine Abwehr auf 3-2-1 offensiver ausgerichtet, um den Schwung des gefährlichen Rückraums der SV Union Halle-Neustadt einzuschränken und den Gegner zu Fehlern zu zwingen. Bis zur 37. Minute gelang es durch jeweils zwei Treffer von Sarah Lamp und Alexia Hauf, den Vorsprung der Heimmannschaft auf 17:16 zu reduzieren, aber in der 45. Minute erzielte Marija Gudelj wieder einen Drei-Tore-Vorsprung zum 21:18, der in der Folgezeit immer nur um ein Tor reduziert werden konnte. Doch die Luchse gaben sich nicht geschlagen und waren durch das Durchsetzungsvermögen von Sarah Lamp in der 47. Minute beim 22:21 erneut in Schlagdistanz, aber eine doppelte Unterzahl der Luchse nutzen die Wildcats, um sich erneut mit 24:21 abzusetzen. In der Schlussphase nahm Dubravko Prelcec sein Team in die kurze Deckung, aber die in den letzten Minuten hervorragend agierende Torhüterin Anica Gudelj verhinderte mit ihren Paraden die Chancen der Gäste. Lea Gruber gelang mit ihrem Tor zum 27:24 der letztlich verdiente Sieg der SV Union Halle-Neustadt. 

Trotz der Niederlage haben die Luchse nicht enttäuscht, denn sie haben niemals aufgegeben. Es ist nahezu nicht möglich bei so einem kleinen Kader 30 Minuten eine kräfteraubende 3-2-1-Deckung durchzuspielen. In der zweiten Halbzeit zeigte besonders Sarah Lamp ihre Willenskraft und erzielte für ihr Team sechs Tore. Kim Berndt hat vorbildhaft alles für die Mannschaft gegeben und ihren Siegeswillen gezeigt. Erneut eine starke Vorstellung gab Alexia Hauf mit ihren fünf Toren und auch Torhüterin Zoe Ludwig überzeugte mit 12 Paraden. 

Die Luchse haben durch die Länderspielpause ein wenig Zeit zu regenerieren und die nächsten schweren Aufgaben anzugehen. „Eigentlich bin ich mit dem Spiel meiner Mädels nicht unzufrieden, denn sie haben sich weitgehend an die Absprachen gehalten. Wir waren in beiden Halbzeiten in der Deckung stark, aber uns fehlt es im Moment in den wichtigsten Phasen, unsere Chancen auch zu verwandeln. Ich möchte die Niederlage nicht auf den Ausfall von wichtigen Spielerinnen reduzieren, denn Halle hat uns heute durchaus etwas angeboten, was wir leider nicht ausnutzen konnten, weil es uns an Cleverness fehlte. Wir werden die Köpfe nicht hängen lassen, sondern weiter um den Klassenerhalt kämpfen.“, resümiert Dubravko Prelcec, der Trainer der HL Buchholz 08-Rosengarten. Sven Dubau sieht auch den Grund der Niederlage in der größeren Erfahrung der Wildcats: „In dieser Begegnung konnte man deutlich sehen, dass die Union die Zeit nach ihrem Abstieg aus der 1. Liga genutzt hat. Die eingespielte Mannschaft agiert knallhart in der Deckung und hat es uns schwer gemacht, erfolgreich zu sein. An diese Körperlichkeit haben sich unsere jungen Spielerinnen noch nicht gewöhnt und sind zu schnell verunsichert, was verständlich ist. Der Wille und die Kampfkraft der Mädels ist hervorzuheben, die nach dem Spiel so kaputt waren, dass sie sich noch nicht einmal über die Niederlage ärgern konnten.“ 

Wildcats: A. Gudelj, Lepschi, Dietz (1), Winkler, Smit, Heimburg (1), Woller, Gruber (4), Lütke (6/2), Mikkelsen (6), Funke (3), Redder (4), Mazzucco (1), Gudelj (1)


Luchse: Löbig, Lindemann, Ludwig, Schulz (1), Nielsen (2), Kadenbach (2/1), Harms, Lamp (6), Berndt (6/5), Luschnat, Hauf (5), Borutta (2)