Luchse siegen eindrucksvoll in Ketsch und behaupten Tabellenführung

Am 27. Spieltag der 2. Handball Bundesliga bezwangen die HL Buchholz 08-Rosengarten vor der Rekordkulisse von 1.100 Zuschauern in der Ketscher Neurotthalle, die „Bärinnen“ nach einer Galavorstellung, verdient mit 28:21. Die Luchse konnten sich durch ihren Erfolg auf drei Punkte von den Kurpfalz Bären absetzen und ihre Spitzenposition auf 47:7 ausbauen.

In der attraktiven Begegnung waren die Luchse von Beginn an auf die schwere Aufgabe voll fokussiert und gingen durch Zeliha Puls in der 2. Minute mit 1:0 in Führung, der 60 Sekunden später der Ausgleich durch Saskia Fackel folgte. In der Folgezeit hatten die „Bären-Ladies“ einige Probleme mit der sehr offensiv ausgerichteten 3-2-1 Deckung der Luchse, die mit dem 4:5 durch Evelyn Schulz bis zur 13. Minute stets mit einem Treffer in Führung lagen. In der harten, sehr körperbetonten Partie dominierten die Abwehrreihen, doch in der 16. Minute schienen die Kurpfalz Bären Ketsch den Schlüssel des Erfolgs gefunden zu haben als Lena Feiniler die erste Zwei-Tore-Führung zum 7:5 markieren konnte, aber die Heimmannschaft konnte sich nicht weiter absetzen. Da fast alle Aktionen der Schützlinge der Ketscher Trainerin Kate Schneider aus der Mitte kamen, reagierte die „Luchse-Bank“ und beorderte die sehr offensive 3-2-1 Abwehr etwas weiter zurück, um der Mitte den Raum zu nehmen und mehr über Außen anzubieten. Diese Maßnahme wurde von Erfolg gekrönt als die überragende Spielmacherin Kim Land ihr Team wieder mit 7:8 in Führung brachte. Aber es blieb ein umkämpftes Spiel auf Augenhöhe und noch einmal konnten die „Bärinnen“ in der 27. Minute durch den von Lara Eckhardt verwandelten Strafwurf mit 9:8 in Front gehen, es war die letzte Führung des Tabellenzweiten im gesamten Spiel. Wie abgeklärt der Spitzenreiter in den letzten Minuten agierte zeigten Julia Herbst mit ihrem erneuten Ausgleich und natürlich Kim Land, die in der Schlusssekunde der 1. Halbzeit das knappe 9:10 für die Gäste sicherte. Alles was im Vorfeld dieser Spitzenbegegnung geschrieben worden war, traf auch ein. Es war ein Spiel auf Augenhöhe und die dominanten Abwehrreihen ließen kaum leichte Tore zu. Beide Torhüterinnen, Mareike Vogel bei den Luchsen und Sabine Stockhorst zeigten ihr überragendes Können. Es war aber auch zu erkennen, dass die Heimmannschaft doch sehr aufgeregt und vielleicht sogar übermotiviert in die Partie gegangen war und es an taktischer Variabilität mangelte. Trotzdem war zur Halbzeit der Ausgang des Spiels noch völlig offen.

Der zweite Durchgang blieb vier Minuten torlos, doch in Unterzahl gelang der überragenden Evelyn Schulz das 9:11, aber die „Bärinnen“ konnten wieder verkürzen als Kim Land eine Zeitstrafe erhielt. Doch die Luchse ließen sich in der Folgezeit nicht mehr beeindrucken und bauten bis zur 42. Minute ihren Vorsprung wiederum durch Kim Land auf 12:16 aus, so dass sich Kate Schneider genötigt sah die grüne Karte zu ziehen, um ihre verunsicherte Mannschaft neu einzustellen, doch trotz Unterzahl der Gäste konnten sie den Vorsprung nicht mehr entscheidend reduzieren. Die verordnete 4-2 Abwehr funktionierte nicht wirklich und die abgeklärten HL Buchholz 08-Rosengarten warfen selbst in Unterzahl Tore, wann immer sie sie brauchten. Bereits fünf Minuten vor Spielende setzte Kate Schneider beim Spielstand von 19:22 alles auf eine Karte und verordnete ihrer Mannschaft offene Abwehr, aber statt der erhofften Ballgewinne wurde das Bärenteam eiskalt ausgekontert, so dass die Niederlage unausweichlich blieb, auch wenn der Endstand mit 21:28 vielleicht ein wenig hoch ausfiel. In der 2. Halbzeit zeigte die junge Luchse Mannschaft, die durch die Ausfälle von Sarah Lamp, Alexia Hauf und Lisa Borutta nicht in Bestformation antreten konnte, all ihre inzwischen erworbene Abgeklärtheit. Vollkommen unaufgeregt und im Stil einer Klassemannschaft zeigte sie ihre Variabilität im Angriff sowie in der Abwehr. Im Hinspiel waren die HL Buchholz 08-Rosengarten noch auf ihr Tempospiel angewiesen und sahen trotz des knappen Sieges gegen Ketsch spielerisch schlecht aus, aber heute können sie auf alle Herausforderungen des Gegners adäquat reagieren. Es ist schön, wenn die 1. und 2. Welle funktionieren, aber für den Sieg ist das nicht mehr so entscheidend, weil sie sich inzwischen alle Spielarten des modernen Handballs erarbeitet haben.

Mein besonderer Dank gilt auch Evi Schulz, die als Bollwerk in der Spitze der Abwehr kaum zu überwinden war

So freut sich Dudo Prelcec der Luchse-Trainer über den Erfolg: „Ich bin sehr angetan von der Leistung meiner Mannschaft, die all ihre Tugenden wie variable Deckung, körperliche Robustheit, geduldige, aber auch überraschende Angriffsaktionen durchsetzen konnte. Es ist schön zu sehen, dass die Mädels vollkommen unbeeindruckt durch äußere Umstände, total zielorientiert solch ein Spiel gewinnen wollen und auch das Können haben das zu realisieren. Besonders herausheben möchte ich die phantastische Leistung von Mareike Vogel, die besonders in der 2. Halbzeit ein wichtiger Faktor wurde. Mein besonderer Dank gilt auch Evi Schulz, die als Bollwerk in der Spitze der Abwehr kaum zu überwinden war.“ Es ist schon eine außergewöhnliche Leistung in der Abwehr, wenn eine so großartige Spielerin wie Saskia Fackel nur bei drei Torerfolgen bleibt und Carmen Moser völlig leer ausgeht. In einer großartigen Verfassung bei den Luchsen zeigten sich im Rückraum auch Laura Schultze und Marleen Kadenbach, Julia Herbst überzeugte mit ihren wichtigen fünf Toren.

Zehn Monate der gemeinsamen Zusammenarbeit zeigen immer mehr Früchte

Matthias Steinkamp von Luchse Trainer-Team ist begeistert über die Fortschritte der HL Buchholz 08-Rosengarten: „Zehn Monate der gemeinsamen Zusammenarbeit zeigen immer mehr Früchte. Die Entwicklungskurve des gesamten Teams zeigt steil nach oben, so dass selbst unter schwierigen Bedingungen in Ketsch bei den „Bärinnen“ souverän nach hartem Kampf, der lange Zeit auf Augenhöhe geführt wurde, unser Sieg am Ende feststand. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei unseren zahlreich mitgereisten Fans bedanken, die den weiten Weg nach Ketsch nicht gescheut haben, um ihr Team auch in der „Bärenhölle“ so lautstark zu unterstützen, dass sie während der gesamten Partie ein unüberhörbarer Faktor waren.“

Kurpfalz Bären: Stockhorst, Wiethoff, Michels (3), Feiniler (2), Brand (1), Marmodee, Fackel (3/1/0), Oßwald (4), Fabritz (3), Michl, Moser, Engelhardt (2), Eckhardt (3/4/3)

Luchse: Vogel, Filter, Schulz (4), Land (3), Schultze (5), Kadenbach (4), Nicolai, Herbst (5), Schneider (3/1/0), Axmann (1/1/1), Puls (3), Hauf