Luchse im brisanten Derby in Bremen gefordert

Als Tabellenführer reisen die HL Buchholz 08-Rosengarten am 14.09.2019 in die Hansestadt und treffen in dem attraktiven Nord-Derby in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle um 19.30 Uhr auf den SV Werder Bremen. Unterschiedlicher hätte der Saisonstart für die beiden Mannschaften nicht verlaufen können, denn der amtierende Meister von 2018/19 besiegte den HC Rödertal aus Sachsen im heimischen Luchsbau mit 33:20, während die Bremerinnen bei den „Nordfrauen“ des TSV Nord Harrislee mit 27:39 unterlagen. Eine klare Sache könnte man meinen, aber Vorsicht, es handelt sich um ein Derby, und es ist erst der zweite Spieltag der neuen Saison. Durch die vielen Abgänge von erfahrenen leistungsstarken Spielerinnen war Werder-Trainer Dominic Buttig gezwungen, ein ganz neues Team aufzubauen und konnte mit den Fortschritten seiner jungen Mannschaft durchaus zufrieden sein. Allerdings erwischten seine Spielerinnen in der Auftaktbegegnung einen rabenschwarzen Tag und produzierten unglaublich viele Ballverluste und technische Fehler, so dass sie nicht in der Lage waren, ihr wirkliches Potential abzurufen. Aber man sollte nicht übersehen, dass der SV Werder immerhin 27 Tore warf und auch wenn es am Samstag gegen den Tabellenführer geht, ist davon auszugehen, dass die Grün-Weißen alles geben werden, ein gutes Spiel zu zeigen. Die Luchse zeigten beim 33:20 Sieg gegen die „Rödertalbienen“ besonders in der ersten Halbzeit ein tolles Spiel, hielten die Konzentration aber nicht über 60 Minuten und leisteten sich im zweiten Abschnitt etliche Ballverluste und zu viele überhastete Fehlwürfe. Auffällig war aber die Breite des Kaders und die spielerischen Möglichkeiten des Teams. Die gefährlichste Waffe der Luchse ist immer noch der Tempogegenstoß, aber auch im Positionsspiel sind die Schützlinge von Dubravko Prelcec sehr variabel und erfolgreich, wenn sie geduldig spielen. Die Abwehr des Teams aus der Nordheide überzeugte über weite Strecken des Spiels gegen den HC Rödertal in der 5-1 Formation und das Zusammenwirken mit Torhüterin Mareike Vogel klappte ausgezeichnet. Das Trainer-Team der Luchse war vor dem Spiel gegen die Sächsinnen der Meinung, dass sie in ihrer Leistungsfähigkeit erst bei etwa bei 75 Prozent liegen würden durch die Blessuren einiger Spielerinnen. Es ist aber auch klar, dass die Luchse sich im Derby gegen den SV Werder Bremen steigern müssen, um als Sieger in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle die Heimreise antreten zu können. Buttigs Schützlinge verfügen mit Denise Engelke und Lotta Heinrich über zwei wurfgewaltige Akteurinnen aus dem Rückraum und auch die jungen Spielerinnen wie Pia Döpke oder Naomi Conze sind bereit Verantwortung zu übernehmen. So glaubt auch Dubravko Prelcec an ein spannendes Derby: „Wir freuen uns auf das Spiel und wissen, dass wir als Favorit gehandelt werden. Es wäre aber ein fataler Fehler, die neue Mannschaft des SV Werder Bremen zu unterschätzen, denn als Außenseiter können sie vor heimischem Publikum frei aufspielen. Wir sind natürlich individuell stärker besetzt, aber wir müssen unsere Qualitäten erst einmal auf die Platte bringen und auf alle Herausforderungen eine Antwort finden und erfolgreich umsetzen.“ Es wird auf jeden Fall ein stimmungsvolles Derby geben, denn eine große Anzahl von Luchse-Fans werden den Weg in die Hansestadt antreten, um ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. Abschließend erklärt Matthias Steinkamp vom Luchse-Trainer-Team: “Der Favoritenstatus ist sicher bei uns, aber in einem Derby geht es in erster Linie über Emotionen.“

Foto: Jens Schierenbeck Gleis11