Luchse drehen in der Schlussphase das Spiel und gewinnen in Mainz mit 29:25

Am 13. Spieltag der 1. Bundesliga besiegten die HL Buchholz 08-Rosengarten in der Mainzer Sporthalle Gymnasium Oberstadt den 1.FSV Mainz 05 mit viel Kampfgeist und Willensstärke in der Schlussphase noch mit 29:25. Der Tabellendreizehnte aus Norddeutschland konnte mit dem vierten Sieg das Punktekonto gegenüber dem ärgsten Verfolger Frisch Auf! Göppingen auf vier Zähler vergrößern, da Göppingen im Heimspiel dem VFL Oldenburg knapp mit 23:24 unterlegen war. Die Meenzer Dynamites verbleiben weiterhin sieg-und punktlos auf dem vorletzten Rang der aktuellen Tabelle.

Erfolgreichste Torschützin bei den Gästen war Marleen Kadenbach mit neun Treffern, während sich bei der Heimmannschaft Denise Großheim sechsmal in die Torschützenliste eintragen konnte. Der Sieg der Luchse wurde überschattet durch zwei Verletzungen, denn Jessica Oldenburg knickte bei ihrem erfolgreichen Torwurf weg und musste vom Platz getragen werden. Kurz vor Beendigung der Partie erwischte es Kreisspielerin Svea Geist, die von ihrer Gegenspielerin im Fallen am Knie getroffen wurde. Nach der Blessur von Evelyn Schulz beim Auswärtssieg in Ketsch ist zu befürchten, dass auch Jessica Oldenburg und Svea Geist ihrem Team lange nicht mehr zur Verfügung stehen, ein herber Rückschlag für den ambitionierten Aufsteiger.

Die favorisierten Luchse hatten in der ersten Halbzeit erhebliche Probleme ins Spiel zu kommen, denn Kim Berndt, der Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft wurde in ihren Kreisen durch kurze Deckung weitgehend eingeschränkt. So konnte die Mainzer Abwehr den Angriffsfluss der Gäste immer wieder unterbinden, zumal die Chancen von den Außenpositionen von der überragend agierenden Torfrau Nina Kolundzic (14 Paraden) entschärft werden konnten. Die Meenzer Dynamites ihrerseits verwandelten von diesen Positionen sicher, besonders durch Denise Großheim.

In der 24. Minute beim Stande von 12:10 für Mainz nahm Luchse Trainer Dubravko Prelcec eine Auszeit, um seine Mannschaft neu auf die Herausforderungen des Gegners einzustellen und seine Ansprache zeigte Wirkung. Marleen Kadenbach, Alexia Hauf und Jessica Oldenburg verwandelten den Rückstand bis zur 27. Minute in eine 12:13 Führung für die Norddeutschen. Aber genau da passierte die Verletzung von Jessica Oldenburg, die von den Gästen erst einmal mental verdaut werden musste. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Heimmannschaft mit einer 15:14 Führung durch einen von Natalie Adeberg verwandelten Strafwurf in die Halbzeit gehen konnte.

In der hart geführten Partie spielten die Meenzer Dynamites ihre beste Halbzeit der bisherigen Saison und hätten bei mehr Nervenstärke deutlicher führen können, aber Franziska Fischer setzte einen Strafwurf über das Tor und Natalie Adeberg scheiterte einmal an Zoe Ludwig. Im Angriff liefen sich die Luchse in der Mitte immer wieder fest, da von den Außenpositionen zu wenig Gefahr drohte. Nur bei einer erheblichen Leistungssteigerung schien ein Sieg der Norddeutschen noch realistisch.

Auch im zweiten Abschnitt der Partie spielte die Heimmannschaft effektiver und führte in der 36. Minute durch Anika Hampel mit 18:15, aber die Luchse ließen sich nicht abschütteln und schafften durch Treffer von Maj Nielsen, Svea Geist und Fatos Kücükyildiz den Ausgleich. Allerdings gelang den Gästen gegen die sehr hart zupackende Abwehr sechs Minuten kein Torerfolg und so erhöhten die Mainzerinnen durch die eingewechselte Sophia Michailidis auf 22:18. Dem Anschluss zum 22:19 von Marleen Kadenbach folgte postwendend das 23:19 durch Natalie Adeberg. Die Weichen schienen für die Dynamites klar auf Sieg gestellt zu sein, aber der Aufsteiger gab sich noch nicht geschlagen und verkürzte durch Louise Cronstedt und Kim Berndt auf 23:21. Mareike Vogel, die acht Minuten von Zoe Ludwig im Tor vertreten wurde, hatte die Pause offensichtlich gut getan, denn sie wurde mit ihren Paraden zum wichtigen Faktor ihrer Mannschaft. Beim Spielstand von 24:22 gelang den Luchsen ein 4-0-Lauf zur 24:26 Führung, die von Nives Klobucar noch einmal verkürzt werden konnte, aber Louise Cronstedt, Marleen Kadenbach und Svea Geist sorgten für den kaum noch für möglich gehaltenen 25:29 Sieg der HL Buchholz 08-Rosengarten.

Der Sieg der HL Buchholz 08-Rosengarten gegen den 1. FSV Mainz ist verdient, denn trotz des Ausfalls einer so wichtigen Führungsspielerin wie Jessica Oldenburg, besonders als Säule in der Abwehr, konnte die 6-0-Deckung der Luchse im Verlauf des Spiels überzeugen. Im Angriff ließen sich die Luchse auch nicht durch die grenzwertige Härte der Heimmannschaft abschrecken und setzten sich letztlich mit viel Kampfkraft und Willensstärke durch. „Ich wusste, dass uns ein anderes Spiel als gegen Bietigheim erwarten würde, denn dies hier in Mainz war Abstiegskampf pur. Durch unsere mangelhafte Chancenverwertung, besonders von Außen, kam sehr viel Unruhe und Unsicherheit bei meinem Team auf. Nach dem Ausfall von Jessica Oldenburg musste ich die Abwehr neu formieren, aber die Mädels haben das gut gemeistert. In den letzten zehn Minuten haben sich alle Spielerinnen enorm gesteigert und mit viel Durchsetzungsvermögen und Willenskraft die beiden Punkte verdient erkämpft. Für das schwere Auswärtsspiel in Leverkusen müssen wir uns durch die Ausfälle so wichtiger Spielerinnen etwas einfallen lassen “; erklärt ein sichtlich nachdenklicher Dubravko Prelcec, der Trainer der Gäste. Vor der Schlussphase des umkämpften Spiels, hatte er ein glückliches Händchen als er Torhüterin Mareike Vogel (13 Paraden) eine Pause gönnte, denn danach zeigte sie ihr großes Können und war kaum noch zu überwinden. Marleen Kadenbach hielt mit ihren neun Toren die Luchse im Spiel und verwandelte alle ihre fünf Strafwürfe sicher. Auch Svea Geist zeigte eine beeindruckende Leistung und wird den Gästen in den nächsten Spielen sehr fehlen.

Matthias Steinkamp vom Luchse-Trainer-Team ist mit den erkämpften Punkten zufrieden, allerdings weniger mit den Begleitumständen: „Wir haben ein sehr physisches Auswärtsspiel in Mainz durch starke zehn Schlussminuten zu unseren Gunsten entscheiden können. Erneut konnten wir uns auf Mareike im Tor und eine sehr bewegliche 6-0-Abwehr verlassen. Leider müssen wir auch zwei verletzte Spielerinnen mit Svea und Jessi beklagen. Diese beiden Situationen lassen das Ergebnis in den Hintergrund rücken und wir drücken die Daumen, dass die Diagnosen positiver ausfallen als die ersten Eindrücke. Ich wünsche beiden alles Gute!“

Mainz: Kolundzic, Janssen, Gangel, Dorsz (1), Michailidis (1), Hampel (2), Hartstock, Schulze, Jacobs, Adeberg (5/3), Grossheim (6/1), Burkholder (5/1), Fischer (3), Kolundzic T, Klobucar (2)

Luchse: Vogel, Löbig, Ludwig, Cronstedt (2), Nielsen (2), Kadenbach (9/4), Lamp (2), Berndt (3), Oldenburg (2), Geist (4), Axmann, Luschnat, Hauf, (2), Borutta, Herbst (2), Kücükyildiz (1)