Im 13. Spiel erste Niederlage für die Luchse, 27:28

In der Waiblinger Rundsporthalle mussten die HL Buchholz 08 – Rosengarten als Tabellenführer der 2. Bundesliga gegen den VFL Waiblingen mit 27:28 die erste Saisonniederlage hinnehmen. Es war das erwartete Spitzenspiel auf Augenhöhe, allerdings mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten. Den besseren Start hatten die Gastgeberinnen, die schnell mit 3:1 und 4:2 führten, ehe die Luchse richtig ins Spiel fanden. Aber schon früh war zu erkennen, dass der Spitzenreiter nicht zu seinem Tempospiel kommen würde, denn dazu waren die Schwäbinnen einfach zu flink auf den Beinen. Dennoch konnten die Luchse nicht nur in der 7. Minute durch Evelyn Schulz zum 4:4 ausgleichen, sondern setzten sich bis zur 20. Spielminute auf neun Tore Vorsprung ab als Kim Land mit ihrem Wurf zum 5:14 erfolgreich war. In dieser Spielphase waren die HL Buchholz 08 – Rosengarten in der 2. Welle und im Positionsspiel mit Würfen von den Außenpositionen erfolgreich. Dieser eindeutige Spielstand war aber nicht nur das Resultat einer gut funktionierenden Abwehr mit einer großartigen Mareike Vogel im Tor, sondern auch dem Pech der Heimmannschaft geschuldet, die mit ihren Würfen dreimal am Gebälk scheiterten. Die Spielerinnen des dänischen Trainers Nicolaj Bredekjaer Anderson schienen frustriert zu sein, aber sie ließen in ihren Bemühungen nicht locker den Abstand auf den Spitzenreiter zu verkürzen. Nach der Zeitstrafe von Kim Land gelangen Sinah Hagen und Caren Hammer zwei schnelle Tore zum Spielstand von 7:14 in der 24. Spielminute. In der Folgezeit fiel es den Luchsen zunehmend schwerer Tore zu erzielen und obwohl Laura Schultze mit ihrem Treffer zum Pausenstand von 10:17 die 1. Halbzeit beendete, war es ersichtlich, dass diese Partie noch lange nicht entschieden war. Die HL Buchholz 08 – Rosengarten absolvierten eine sehr gute erste Halbzeit, aber die „Tigers“ hatten den Glauben gefunden, das Spiel noch einmal drehen zu können.

Im zweiten Abschnitt der Partie erwischten die Luchse den besseren Start und konnten bis zur 34. Minute den Vorsprung auf acht Tore aufbauen, aber durch die noch offensivere und aggressivere Abwehr gelang dem Spitzenreiter in den folgenden sieben Minuten kein einziger Treffer mehr und die Heimmannschaft schaffte einen beeindruckenden 8:0 Lauf zum Spielstand von 19:20, so dass sich Luchse Trainer Dudo Prelcec gezwungen sah eine Auszeit zu nehmen, um sein verunsichertes Team neu einzustellen, aber was immer er unternahm, die „Tigers“ fanden die richtige Antwort. Die HL Buchholz 08 -Rosengarten agierten viel zu passiv in der Abwehr und waren im Angriff viel zu langsam. Der Luchse-Trainer versuchte alle Abwehrformationen, doch nichts fruchtete wirklich. Die Heimmannschaft war durch die erfolgreiche Aufholjagd natürlich euphorisiert und nutzte die Schwäche der Gäste gnadenlos aus. In der 49. Minute gingen die Schäbinnen durch einen von Vanessa Nagler verwandelten 7-Meter zum ersten Mal mit 24:23 in Führung, die sie trotz der erneuten Auszeit des Luchse Trainers bis auf drei Tore ausbauten. Der Spitzenreiter war aber noch nicht geschlagen, denn sie hatten die Möglichkeit durch Zeliha Puls, die vorher bereits drei Strafwürfe sicher verwandelt hatte, auf ein Tor zu verkürzen, aber die Torhüterin vereitelte den Strafwurf unter dem Jubel des heimischen Publikums. Der Tabellenführer bestritt die letzte verbliebende Zeit in kurzer Deckung und kam aber durch Kim Land nur noch zum Anschlusstreffer zum Endstand von 28:27. Der Sieg des VFL Waiblingen war verdient, denn alle Mannschaften der 2. Bundesliga kennen die Stärken und Schwächen des Spitzenreiters, aber die „Tigers“ waren das erste Team, dass den oft gesehenen Einbruch der Luchse in der 2. Halbzeit auch erfolgreich ausgespielt hat, denn in allen bisherigen Partien haben sich die Norddeutschen immer wieder gefangen, diesmal nicht, weil die Spielerinnen des VFL Waiblingen bereits in der letzten Saison in Buchholz gesiegt hatten und den Schlüssel zum Erfolg kannten und an sich glaubten. Der Trainer der Hl Buchholz 08 – Rosengarten bilanziert: „Wir wussten, dass es in Waiblingen ein schweres Spiel werden würde und ich habe mich auch durch die hohe Führung nicht täuschen lassen. Meine Mannschaft hat in der 2. Halbzeit weit unter ihren Möglichkeiten gespielt und auch zu wenig die 1 gegen 1 Situationen gesucht. Der VFL Waiblingen hat ein tolles Spiel gezeigt und völlig verdient gewonnen.“ Die Luchse bleiben trotz der Niederlage Tabellenführer, aber sie haben bereits einen Vorgeschmack bekommen, der Gejagte zu sein. Der Geschäftsführer der Luchse Sven Dubau resümiert: „Die Schnelligkeit der Spielerinnen des VFL Waiblingen ist beeindruckend. Mir war klar, dass Kleinigkeiten dieses Spiel entscheiden würden. Es ist schon in Ordnung, dass wir diesmal den Strafwurf nicht verwandelt haben, denn man kann nicht immer das Glück wie im Spiel gegen Ketsch gepachtet haben.“

Tigers:

Hoogenboom, Waldenmaier, Nagler (6/2/2), Teixeira da Silva, Dirmeier, Gruber (5), Hagen (1/1/1), Baur, Hammer (4), Odrowska (3/1/0/0), de Bellis (3), Hojczyk, Nikolovska (3), Welter (3)Nikolovska (3), Welter (3)

Luchse:

Vogel, Filter, Schulz (3), Land (4), Schultze (5), Nicolai (1), Nanfack, Herbst,Schneider (6/2/2), Axmann, Hauf, Borutta (1), Puls (7/4/3/3),