Wir sind Team-Player

Wir sind Team-Player

Seit sechs Monaten ist das neue Trainer-Team, Dudo Prelcec, Matthias Steinkamp und Torwarttrainerin 
Tine Lindemann für die HL Buchholz 08 – Rosengarten aktiv. Nach sieben Spieltagen in der 
2. Handball Bundesliga sind die Luchse noch ohne Verlustpunkte und haben einen makellosen 
Saison-Start hingelegt. Die Spielpause ist eine willkommene Gelegenheit Dudo Prelcec und 
Matthias Steinkamp über ihre Arbeitsweisen zu befragen.

Dudo, du siehst dich mit Tine als Torwarttrainerin und Matthias in einem Team. Kannst du 
die Vorteile eurer Arbeitsweise verdeutlichen?

Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den beiden ist das absolute gegenseitige 
Vertrauen. Mit Tine und Matthias kann ich alles besprechen und mehrere Meinungen einholen. Zusammen 
können wir dann abwägen, welche der möglichen Maßnahmen für den Erfolg der Mannschaft getroffen 
werden sollen. Natürlich muss ich letzten Endes entscheiden, aber ich bin nicht von vornherein festgelegt, 
das ist mir wichtig.

Welcher Schwerpunkt bei der Trainingsarbeit wird von dir gestaltet?

Die wöchentliche Trainingsarbeit wird im Team vorher besprochen und wir arbeiten auch hier stets zusammen. 
Wenn wir Schwerpunkte setzen, dann gestalten wir sie gemeinsam. Eine Ausnahme ist an einem Wochentag, 
wo Matthias allein das Training mit der Mannschaft durchführt.

Was ist deine Aufgabe bei der Vorbereitung des Luchse Teams auf den nächsten Gegner?

Die Videoanalyse ist meine Aufgabe und am Donnerstag und Freitag werden die Erkenntnisse daraus im 
Training sehr intensiv besprochen und umgesetzt. Hinzu kommen noch Einzelgespräche mit den Spielerinnen, 
um ihnen ihre Aufgaben zu verdeutlichen. Ich sehe mich in diesem Zusammenhang als Taktiker und Matthias 
als Motivator.

Bei allen bisherigen sieben Spielen war zu beobachten, dass die Bank, auch bei sehr prekären 
Situationen sehr viel Ruhe und Besonnenheit ausstrahlt. Wie schafft ihr es so cool zu bleiben?

Mir hilft mit Sicherheit meine 17-jährige Erfahrung, aber auch in kribbeligen Situationen tausche ich mich 
lieber mit Matthias aus, durch welche Maßnahmen wir uns wieder befreien können. Auf jeden Fall hilft 
uns das mehr als Unruhe auf das Spielfeld zu bringen.

Wo siehst du noch Defizite bei der Mannschaft und wie wollt ihr sie abstellen?

Im Positionsspiel sehe ich noch sehr viel Luft nach oben, da trainieren wir auch spezielle Übungen 
wie das Zusammenspiel verbessert werden kann. Von unseren jungen Spielerinnen würde ich mir mehr 
Würfe aus dem Rückraum wünschen, aber das ist auch schon besser geworden. Zwar haben wir unsere 
Abwehrarbeit deutlich verbessert, dennoch trainieren wir unermüdlich noch schneller und aggressiver 
aufzutreten, besonders in der 3-2-1-Formation. Ich möchte der Mannschaft auf jeden Fall Spaß am Spiel 
vermitteln, ihr die Angst vor Fehlern nehmen und sie nicht unter Druck setzen, denn wenn du sie unter Druck 
setzt verunsicherst du sie und hast schon deinen ersten Fehler gemacht.

Matthias, worin siehst du den Vorteil eurer Zusammenarbeit?

Die Arbeit mit Dudo macht mir sehr viel Spaß, denn es ist ein permanenter Austausch auf Augenhöhe. 
Wir reden ständig miteinander über die Spielerinnen, die taktische Ausrichtung und alles was die 
Leistungsfähigkeit unserer Spielerinnen verbessern kann. Ich schätze seine Erfahrung und 
Fachkompetenz (Dudo verfügt über die höchste Trainer Lizenz im europäischen Handball), seine Fähigkeit, 
eine gesunde Mischung von Strenge, Lockerheit und Sozialkompetenz zu vermitteln.

Du gestaltest ja einmal in der Woche das Training in allein verantwortlicher Position. Hast du 
da besondere Schwerpunkte?

Ich trainiere dann gerne das Tempospiel, 1. Welle und 2. Welle. Aus dem 1 gegen 1 Spiel ergibt sich 
die Balleroberung und dann mit Volldampf nach vorne und natürlich mit sicherem Abschluss.

Dudo ließ durchblicken, dass eine wesentliche Aufgabe von dir die Motivation der Spielerinnen ist. 
Kannst du das näher erklären?

Diesen Schwerpunkt hat er mir in der Tat übertragen, da er der Meinung ist, dass sein Deutsch nicht so perfekt 
ist, was aber nicht stimmt. Ich halte vor dem Spiel die Ansprache, während der Halbzeitpause und auch nach 
dem Spiel. Bei der täglichen Arbeit rede ich mit den Spielerinnen, gebe ihnen Tipps, ermutige sie Verantwortung 
zu übernehmen und ihnen Selbstvertrauen zu geben. Wichtig ist auch vor allen Dingen permanent mit den 
verletzten Spielerinnen zu sprechen, sich nach ihren gesundheitlichen Fortschritten zu erkundigen, sie weiter 
zu bestärken, aber auch, wenn es notwendig ist, zu bremsen. Alle Spielerinnen müssen das Gefühl haben 
ein wichtiger Teil der Mannschaft zu sein.

Matthias, du warst die letzten acht Spiele der Meisterschaftssaison schon bei den Luchsen. 
Welche Fortschritte hat die junge Mannschaft in den letzten sechs Monaten gemacht?

Durch die vielen Abgänge erfahrener Spielerinnen ist unser verjüngtes Team eine total neue Mannschaft. 
Im letzten Jahr waren die Spielerinnen sehr eingespielt und auch festgelegt – eben bei Neuerungen sehr skeptisch. 
Das hat sich jetzt doch stark verändert, denn die Spielerinnen sind offener geworden und auch begierig, neue 
Dinge zu erproben und umzusetzen. Dadurch sind wir flexibler geworden und sehr schwer auszurechnen, 
aber insgesamt haben wir die Klasse des Vorjahres noch nicht erreicht, aber wir kommen näher.