Bericht aus dem Abendblatt: Die Handball-Luchse verjüngen ihr Team

Zweitliga-Vizemeister startet mit 15-Frau-Kader in die Saisonvorbereitung. Leistungsstützpunkt für Nachwuchsspielerinnen. Buchholz.  Reichlich bunt kamen sie daher, die Spielerinnen der Handball-Luchse (HL) Buchholz 08-Rosengarten. Von einheitlichem Outfit keine Spur beim Trainingsauftakt des Zweitliga-Vizemeisters. Das lag daran, dass die neuen Trikots noch nicht in Buchholz eingetroffen sind. Von einem bunten Haufen zu sprechen, dürfte sich bei aller Bescheidenheit der Verantwortlichen aber als Trugschluss erweisen. Es steckt einiges an Potenzial im neuen Kader der Handball-Luchse. Dieses zu heben ist Aufgabe eines neuen Trainers. Der 28 Jahre alte Maximilian Busch tritt die Nachfolge von Steffen Birkner an, der zu den Drittliga-Männern des VfL Fredenbeck gewechselt ist. In der neuen Saison wird man in der Nordheidehalle auf die mitreißenden Auftritte von Sabine Heusdens verzichten müssen, die nach vier Jahren nach Bad Wildungen zurückgekehrt ist. “Eine Sabine Heusdens ist nicht zu ersetzen. Das war auch nie unser Anspruch”, sagt Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau, “sie hinterlässt einen freien Raum, der von anderen auf andere Art und Weise zu füllen ist.” Neben der Niederländerin haben Pia Hildebrand, Jennifer Winter und Nicole Thomas Leonhard die Luchse verlassen. Den vier Abgängen stehen sechs Neuzugänge gegenüber, so dass Coach Busch mit einem für Buchholzer Verhältnisse üppigen Kader von 15 Spielerinnen arbeiten kann. Drei Leistungsträgerinnen vom Erstliga-Absteiger Celle Gleich drei Leistungsträgerinnen sind vom Erstliga-Absteiger und künftigen Ligakonkurrenten SVG Celle gekommen. Für Sarah Lamp (26 Jahre) ist es eine Rückkehr in die Nordheidehalle, für Kim Wahle (23) eine Rückkehr in die Heimatregion und für Johanna Heldmann (21) ein Schritt in ruhigere Gefilde nach turbulenten Monaten in Celle. Dazu gesellen sich die 1997 und 1998 geborenen Talente Sabrina Genilke (Frankfurt/Oder), Zeliha Puls und Julia Herbst (beide Buxtehude). Sieben Spielerinnen im Kader sind 21 Jahre und jünger. Das passt zur Philosophie des Handball-Zweitligisten, der seit dem 1. Juli eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Buchholz 08 bildet. Vorher war es Blau-Weiss Buchholz gewesen. “Wir fühlen uns wohl als Zweitligist, als Kooperationspartner des Buxtehuder SV und als Mitglied im Hamburger Handball-Verband”, betont Sven Dubau, der damit vereinzelter Kritik an den Rahmenbedingungen wie Trainingsbeteiligung, Hallenzeiten und finanzieller Ausstattung widerspricht. “Wir haben uns eine gute Sponsorenlandschaft erarbeitet und sind durchaus glücklich mit der Situation”, ergänzt Fritz Falk aus dem Beirat. Die Handball-Luchse verstehen sich als Leistungsstützpunkt für Hamburg und die südliche Metropolregion und wollen jungen Spielerinnen den Einstieg in den Leistungshandball ermöglichen. Um am Zweitliga-Training teilzunehmen sei es nicht erforderlich, den Verein zu wechseln. Als Beispiel nennt Sven Dubau die aus der Gemeinde Rosengarten stammende Vanessa Wolter, die seit Jahren nach Lüneburg pendelt und für die A-Jugend der SG Adendorf/Scharnebeck in der Oberliga spielt. Nach dem ersten Kennenlernen und einem Leistungs- und Laktattest ist die Mannschaft in dieser Woche ins Training eingestiegen. In den Wochen zuvor herrschte “aktive Pause”, die Spielerinnen arbeiteten individuell an der Fitness, kontrolliert über eine App. “Wir können da anfangen, wo andere nach drei Wochen Waldlauf stehen”, so Dubau. Auch wenn in der ersten Vorbereitungsphase vor allem Grundlagenausdauer im Fokus steht, gehören von der ersten Einheit an auch taktische Elemente zu den Inhalten. Trainer und Mannschaft entwickeln System gemeinsam “Ich möchte die Mannschaft spielerisch kennenlernen und mit ihr gemeinsam ein System entwickeln”, sagt der neue Trainer Maximilian Busch, der vom Ahrensburger TSV in die Nordheide gekommen ist. “Ich habe klare Vorstellungen, werde aber nichts durchsetzen, was nicht geht.” Am liebsten möchte der 28-Jährige mit viel Tempo, vielen Emotionen und schön herausgespielten Toren agieren lassen. “Unser Spiel soll uns auch selbst Spaß machen”, sagt er. Den großen Kader empfindet der Trainer als Luxussituation: “Es ist toll, auf so viel unterschiedliche Stärken zurückgreifen zu können, auch im Training.” Und mit welchem Saisonziel starten die Handball-Luchse in die Zweitligasaison 2017/2018? Bei dieser Frage wollen sich weder Dubau noch Busch zu weit aus dem Fenster lehnen. “Wir machen uns keinen Druck. Mein Minimalziel ist das gesicherte Mittelfeld”, sagt Geschäftsführer Sven Dubau, “wir wollen den Zuschauerschnitt steigern und zeigen, dass wir da sind und angekommen sind.” Maximilian Busch will vor allem die Entwicklung junger Spielerinnen vorantreiben. “Julia Herbst gehört zum erweiterten Kader der Juniorinnen-Nationalmannschaft. Mein Ziel ist, dass sie fest zum Kader gehört”, nennt er ein Beispiel. Und weiter: “Der zweite Platz in der letzten Saison ist nicht wegen zwei Spielerinnen zustande gekommen. Wir haben eine gute Mannschaft und werden jedes Spiel so angehen, dass wir es gewinnen wollen.” Bis dahin wird sich aus dem bunten Haufen längst eine verschworene Einheit entwickelt haben. Quelle: Hamburger Abendblatt von Markus Steinbrück
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